Auf der Ernährungsmesse Anuga gibt es in diesem Jahr nicht nur perverse Geschmacksrichtungen, sondern noch mehr vegane Produkte, die nun auch von großen (Wurst-)Herstellern kommen. Frederik Rother hat sich auf der Messe umgesehen.

Wurstalternativen sind nach wie vor ein Markt, auf dem viel rumprobiert wird. Während sich kleine Betriebe an allerlei veganen Spezialitäten von Sonntagsbraten bis Kohlrouladen versuchen, mischen jetzt auch die Wursthersteller selbst mit. Statt Geflügelwurst hat ein großes Unternehmen neuerdings auch eine vegane Fleischwurst-Variante im Programm.

Hauptsache weniger Fleisch

Ob das auch beim überzeugten Veganer ankommt, der vor allem aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichtet? Bei Old-School-Veganern stößt die neue Konkurrenz nicht zwangsläufig auf Ablehnung. "Je mehr vegane Lebensmittel verkauft werden, desto besser, der Markt ist groß genug", sagt Christian Vagedes von der Organisation "Vegane Gesellschaft Deutschland". Allerdings mit Bedacht darauf, dass kleinere Anbieter nicht verdrängt werden. Hauptsache sei erst einmal, es werde weniger Fleisch gegessen, meinen einige.

Angeschnittene Vegane Fleischwurst
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Schmeckt sie oder schmeckt sie nicht? So sieht jedenfalls "vegane Fleischwurst" aus. Alles andere ist Geschmacksache.

Und auch ein weiterer Trend setzt sich fort: Produkte, die "frei von etwas" sind. Das heißt kein Gluten, genetisch veränderte Inhaltsstoffe oder ohne Milch, Eiern und Gelatine. Auch viele Lebensmittel, die religiösen Speiseregeln entsprechen, werden vorgestellt. Beispielsweise Produkte, die halal sind, also den muslimischen Vorschriften folgen.

Die Bandbreite an veganen Produkten ist riesig und lässt kaum eine Geschmacksnische aus: veganer Edel-Käse, Schokolade, Eis, Energydrinks - also alles, was man im Alltag so brauchst. Oder auch Dinge, die man nicht unbedingt braucht. Popcorn mit Wasabi oder Mandel-Erdnuss-Geschmack zum Beispiel. Und dann wären wir wieder bei den perversen Geschmacksrichtungen.