Wer in der Adventszeit Plätzchen backen und dabei auch auf die Zutaten achten will, fragt sich wohl auch beim Zucker, welche Sorte denn die beste und nachhaltigste ist. Rohr- oder Rübenzucker? Heimisch oder importiert? Anne Preger gibt einen Überblick.

In unserem handelsüblichen Haushaltszucker, den wir im Supermarkt kaufen, stecken mit größter Wahrscheinlichkeit Zuckerrüben drin, sagt Wissenschaftsjournalistin Anne Preger. In einem Kilo Zucker sind das neun bis zehn Rüben - das entspricht ungefähr einem Quadratmeter Acker, erklärt Anne.

Die Rüben, die in Deutschland zu Zucker verarbeitet werden, stammen von heimischen Äckern, sagt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker, oder von anderswo aus dem sogenannten "Rübengürtel". Rübengürtel, das ist die Zuckerrübenanbauregion in Europa von Frankreich, Belgien, den Niederlanden, über Deutschland bis nach Polen. Auf der Zuckerpackung steht bislang nicht, aus welchem Land die verarbeiteten Rüben stammen.

Brauner vs. weißer Zucker: Welcher ist nachhaltiger?

Rohrzucker dagegen wird aus Zuckerrohr gewonnen. Brasilien, Kuba oder Mauritius sind Länder, in denen Rohrzucker hergestellt wird. Wer auf Nachhaltigkeit achtet, denkt jetzt vielleicht, dass Rohrzucker wegen der Transportwege nicht so umweltfreundlich ist. Aber für die Zuckerherstellung aus Rüben muss sehr viel Energie aufgewendet werden, während die Herstellung von Rohrzucker verfahrenstechnisch einfacher ist, erklärt Anne. Deshalb lässt sich das nicht so leicht beantworten, welche der beiden Zuckerarten nun umweltfreundlicher ist.

Eine Studie, die allerdings im Auftrag von Rübenzuckerherstellern durchgeführt wurde, sagt, der niederländische konventionell hergestellte Rübenzucker, der vergleichbar mit dem deutschen sein könnte, sei umwelt- und klimaverträglicher als der konventionelle Rohrzucker aus Brasilien oder Indien, ergänzt Anne.

Bio-Zucker schont die Umwelt

Auch beim Zucker gibt es eine Bio-Sparte, tatsächlich bei beiden Arten, dem braunen Rohrzucker und dem weißen Rübenzucker. Eine Studie hat herausgefunden, dass Bio-Rübenzucker aus Süddeutschland ökologisch und sozial besser sei als Fairtrade-Bio-Rohrzucker aus Paraguay und Brasilien. "Allerdings wurde die Studie im Auftrag von deutschen und Schweizer Unternehmen gemacht", erklärt Anne.

So lässt sich bei den Biovarianten ebenfalls nicht eindeutig beantworten, welche Zuckerart die nachhaltigere ist. Am Ende entscheidet also vielleicht die Preisfrage.

"Wer jetzt länger keinen Zucker gekauft hat und jetzt zum Backen loszieht, macht möglicherweise vor dem Regal große Augen."
Anne Preger, Wissenschaftsjournalistin

Der braune Rohrzucker sei im Vergleich zum weißen Rübenzucker häufig teurer, sagt Anne. Aber jetzt mit den aktuellen Preissteigerungen sei Zucker im Vergleich zu anderen Lebensmitteln viel teurer geworden: Egal ob bio oder konventionell, weiß oder braun, Zucker ist im Schnitt fast um das Anderthalbfache teurer als im vergangenen Jahr, sagt Anne.

  • Moderatorin:  Rahel Klein
  • Gesprächspartnerin:  Anne Preger, Wissenschaftsjournalistin