Sie sammeln, was wir auf öffentlichen Plätzen liegen lassen: Flaschensammler. Dabei geht es gar nicht so sehr um das Geld, das mit Pfandflaschen zu verdienen ist.

Es ist Sommer, es ist gutes Wetter, und abends sitzen wir in Parks und auf Plätzen herum. Irgendwann kommt mit Sicherheit der Flaschensammler vorbei. Der Freiburger Forscher Sebastian J. Moser hat Pfandflaschen-Sammler beobachtet und seine Doktorarbeit über sie geschrieben, die jetzt als Buch erschienen ist.

"Über die Flasche kommen Sammler mit Gruppen in Verbindung, die sie sonst niemals ansprechen würden."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Flucht aus der Einsamkeit

Die wichtigste Erkenntnis: Reich werden kann man mit dem Leergut nicht. Moser schätzt, dass ein Flaschensammler, der jeden Tag seine Runde macht, etwa 100 bis 150 Euro im Monat verdient. Die meisten Sammler beziehen zusätzlich eine Rente oder haben einen Minijob. Moser glaubt, dass sich viele Flaschensammler mit ihrem Tun etwas schaffen, das einer regulären Arbeit ähnelt. Interessant sei Flaschensammeln außerdem für Menschen, die sozial nicht sehr stark eingebunden sind.

Die Lösung: der Pfandring

Das Problem: Nicht überall sind Pfandsammler gerne gesehen. Häufig werden die Sammler als Penner oder Schmarotzer beschimpft. Auch wenn sie für Ordnung sorgen - Flaschensammler stören das Stadtbild. Die Folge: Sammelverbot, etwa am Berliner oder Hamburger Hauptbahnhof. Auf der anderen Seite gibt es Versuche, den Flaschensammlern das Leben zu erleichtern: So wird zum Beispiel in Köln oder Bamberg in einigen Stadtteilen der Pfandring aufgestellt.