OBikes stehen zu Hunderten in Städten wie München oder Berlin. Angeblich ist die Firma pleite. Der Allgemeinheit gehören die Räder aber trotzdem nicht - auch wenn das einige Aktivisten so sehen.

Schwarzer Reifen, gelber Rahmen und vorne ein kleiner Korb: So sehen sie aus, die Leihräder von OBike. Die Räder werden in vielen Städten jetzt zum Ärgernis, weil OBike in Singapur Insolvenz angemeldet hat und unklar ist, was mit den Leihrädern passiert.

Räder für alle

Anonyme Aktivisten in Berlin haben da eine besondere Idee: Sie wollen, dass die OBike-Räder zum öffentlichen Gut werden. Sie sprechen davon, die Räder zu "befreien". Darum nennen sie ihre Aktion auch "LibreBike" und erklären auf ihrer Website, wie "in nur fünf einfachen Schritten" jedes OBike zu einem Rad für alle werden soll.

"Wir können uns ja nicht die Räder klauen. Es ist ja nicht so, dass die einfach in den Besitz der Allgemeinheit übergehen."
Christoph Sterz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Polizei verfolgt die Aktion

Die Aktivisten schreiben zwar "Wir unterstützen keinen Diebstahl" - sie sprechen lieber von "ausborgen". Die Berliner Polizei sieht das aber anders. Sie wollen eine Anzeige gegen Unbekannt stellen, haben sie unserem Reporter berichtet. In der Libre-Bike-Kampagne sehen sie einen Aufruf zu einer Straftat.

Situation ist unklar

Dazu kommt: Es ist überhaupt nicht sicher, ob OBike auch in Deutschland Insolvenz angemeldet hat. Die Situation ist derzeit schlicht unklar. "Was OBike selbst angeht, da kriegt man nichts raus", sagt unser Reporter. Über die offizielle Service-Nummer konnte er niemanden erreichen.

"Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist im Moment nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Vielen Dank und auf Wiederhören. Tuutt."
Anrufbeantworter bei OBike

Doch ganz egal, ob OBike nun hierzulande insolvent ist oder nicht: Die Räder sind in keinem Fall herrenlos. Das Unternehmen "Umzug24", das bisher für die Wartung der Räder zuständig war, gibt an, nun rechtmäßiger Besitzer zu sein. Als Ausgleich für offene Rechnungen dürfe man die Räder auch verkaufen, heißt es. OBike selbst twitterte, man befinde sich in einem Umstrukturierungsprozess und werde in den nächsten Wochen mehr Informationen bekannt geben. 

Mehr zum Thema:

  • Obike droht die Pleite  |   Obike hat seinen Firmensitz in Singapur: Dort ist die Firma pleite. Die Lage in Deutschland ist noch unklar, aber ans Telefon geht niemand mehr.
  • Was dein Mietrad-Anbieter über dich weiß  |   Mieträder leihen wir fast immer über eine App. Aber wir bezahlen sie nicht nur mit Geld, sondern auch mit unseren Daten.
  • Obikes sorgen für Ärger  |   Wir finden mehr Fahrradverkehr gut. Aber: Leihräder, die stationsungebunden sind, machen Probleme.