In bestimmten Regionen Australien dürfen Katzen nicht mehr frei umherlaufen, so will man Wildtiere schützen. Auch in Deutschland sterben schätzungsweise jährlich 200 Millionen Vögel durch freilaufende Katzen. Wir checken die Leine als Alternative für Katzen und Katzenhalter*innen.

Auch domestizierte Katzen sind nicht dazu gemacht, an der Leine zu gehen, sagt Deutschlandfunk Nova Reporterin Krissy Mockenhaupt. Im Gegensatz zum Hund, der sich beim Spaziergang an der Leine an seinem Herrchen oder Frauchen orientiert, ist es bei Katzen genau andersherum.

"Wenn die Katze angeleint ist, kann sie nicht mehr klettern oder durch das Gebüsch kraxeln außer man hängt dann als Mensch auch in besagtem Baum oder Gebüsch."
Deutschlandfunk Nova Reporterin Krissy Mockenhaupt über Katzen an der Leine

Sobald ein Feind in Form einer anderen Katze oder eines Hundes naht, liegt es in der Natur der Katze, die Flucht zu ergreifen. Wenn Katzen diese Möglichkeit nicht besitzen, dann kann es schon mal vorkommen, dass sie panisch werden und an euch hochklettern, um Schutz zu suchen. Das ist weder für den Besitzer oder die Besitzerin angenehm noch für die Katze. Auch könnte es dazu führen, dass die Katze durch das Gebüsch flitzen möchte oder auf Mauern springen will, erläutert Autorin Krissy Mockenhaupt.

Leine bei der Katze – worauf sollte ich achten

Trotzdem gibt es gute Gründe, dennoch eine Katze an eine Leine zu gewöhnen. Zum Beispiel, wenn einer Hauskatze auch mal eine kurzfristige Alternative zur Wohnung als Abwechslung ermöglicht werden soll. Oder bei einem Umzug, bei dem sich die Freigängerkatze erst einmal an das neue Revier gewöhnen muss.

Wichtig ist dann zunächst, die Katze an das Geschirr zu gewöhnen, an dem die Leine angebracht wird. Ein Halsband dürfe auf keine Fall angewendet werden, so Petra Ott. Katzengeschirre seien hier eine sehr gute Alternative. Dennoch gilt es zu beachten, dass die Leine an dem Katzengeschirr nicht starr sei, sondern eher einem Gummiband (Bungeeseil) gleicht, es darf aber auch keine Flexileine sein, so Ott weiter. Denn diese schade dem Knochengerüst der Katze auf Dauer. Ebenfalls ist es wichtig, die eigene Katze und ihre Reaktionen zu beobachten, zu verstehen und lesen zu können, wenn sie dann an der Leine läuft, sagt Katzen-Verhaltensexpertin Petra Ott.

"Wenn die Katze immer mit dem Schwanz wedelt, hat sie ultraviel Stress oder wenn sie immer in einer geduckten Haltung geht oder immer große Augen hat, dann ist das für die Katze nichts mit der Leine."
Katzen Verhaltensexpertin Petra Ott über Warnsignale von Katzen an der Leine

Es sollten immer unstressige Gebiete mit der Katze an der Leine erkundet werden, in denen sie nicht aus Angst sofort versucht zu flüchten. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die eigene Katze nicht mit dem Schwanz wedelt, dauerhaft eine geduckte Haltung einnimmt oder weit aufgerissene Augen hat, all das zeigt Stress bei der Katze an.

Alternativen zur Leine für Katzen

Eine bessere und ebenfalls sichere Alternative zur Leine ist ein Gehege, in dem die Katze freilaufen kann, zum Beispiel auf dem Balkon oder im Garten. Hierbei sollte es sich um eine komplette Einzäunung handeln, da die Katze eben auch in der Lage ist, sehr hochzuspringen. So können die Katzen selbst aber auch die Tiere in ihrer Umgebung geschützt werden.

Tierpsychologin Anja Forster gibt jedoch zu bedenken, dass gerade Hauskatzen auch mit Gehege oder Ausgang an der Leine zu Verhaltensauffälligkeiten neigen. Sie sagt, dass es eben nicht in der Natur der Katze liegt, in einer Wohnung gehalten zu werden. Ihrer Meinung nach ist nur der Freigang für eine Katze eine artgerechte Haltung.