Wie war das bei euch: Habt ihr in der Schule Dinge gelernt, die euch noch heute was bringen? Oder doch eher Büffeln für nichts. Unser Bildungsreporter Armin Himmelrath sagt, dass unsere Erinnerung etwas trügerisch ist.

Die Lerninhalte müssen ausgewählt werden - das ist klar. Denn all das Weltwissen passt eben nicht in die neun, zwölf oder wie viel Jahre auch immer, sagt Armin Himmelrath. Die exemplarisch ausgewählten Bereiche sollen helfen, das Erlernte auch in anderen Situationen anzuwenden. Deshalb zum Beispiel lernen wir Integrale zu berechnen, damit wir etwas tiefer in die Mathematik einsteigen.

"Es ist gar nicht so sehr Anspruch von der Schule, dass man eins zu eins eine Art Berufs- oder Lebensausbildung macht."
DRadio Wissen-Bildungsredakteur Armin Himmelrath

Schule soll und kann uns nicht alles beibringen, was wir für das Leben und den Job brauchen. Es geht eher um eine Balance zwischen allgemeiner Bildung und dem, was tatsächlich (später) im Alltag umgesetzt werden kann, sagt Armin.

Wir erinnern uns eher an die Dinge, die schief gelaufen sind

Später - also nach der Schule - erinnern wir uns aber gerne an die Dinge, die nicht geklappt haben. An Lerninhalte, die uns echt Ärger gemacht haben und die wir nicht mehr nutzen. Das ist ein ganz normales psychologisches Phänomen. Das bedeutet jedoch, dass wir uns an all das Erlernte, das wir tatsächlich in unserem Alltag anwenden, nicht oder kaum erinnern. Schade für uns alle:

Aber wer entscheidet denn nun über die Inhalte? Letztlich legen das die Schulministerien der Länder fest - aber erst nach einem sehr langen Prozess. Im Verlauf dieser Entscheidung werden auch Fachvertreter gehört, ebenso Lehrer und Leute aus den Ministerien selbst. Irgendwann mischen sich auch Lobbyisten in den Prozess ein. Und die Schüler? Die werden nicht explizit eingebunden.

Astronomie oder Wirtschaft gibt es nicht in allen Ländern

Da die Lehrpläne Sache der Länder sind, gibt es unterschiedliche Fächer. In Sachsen und Brandenburg zum Beispiel gibt es das Fach Astronomie. In Baden-Württemberg Wirtschaft.

Wenn ein neues Fach eingeführt wird, heißt das aber auch, dass ein anderes Fach aus dem Lehrplan gestrichen wird oder, dass Fächer verschlankt werden - also weniger Lerninhalte unterrichtet werden. Damit der Unterricht nicht total ausufert.