Lebensmittel sollten das nächste große Ding im Online-Handel sein. Irgendwie ist das bis jetzt nicht passiert. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler sagt warum – und wie es doch klappen könnte. 

Nur Möbel sind ähnlich sperrig bei der Online-Vermarktung wie Lebensmittel. In allen anderen Segmenten liegt Online-Shopping vorne oder ist auf dem Weg dahin. Nur etwas mehr als ein Prozent des Lebensmittel-Handels wird in Deutschland zurzeit online getätigt, und das obwohl die großen Konzerne Rewe, Edeka und auch Amazon schon seit Jahren dran sind, Konzepte zu entwickeln und zu testen.

Bedarf ist da, es fehlt die Verdienst-Spanne

Das Hauptproblem ist: Die Online-Lebensmittelhändler verdienen kein Geld, weil das Zusammensuchen der Produkte, das Verpacken und Ausliefern so teuer ist. Außerdem ist die Gewinnmarge bei Lebensmitteln sehr gering. Denn Deutschland ist ein absolutes Niedrig-Preis-Land bei Lebensmitteln.

Der Handelsexperte Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung hat der Deutschen Presseagentur gesagt, es sei nahezu unmöglich, mit Lieferangeboten Geld zu verdienen.

"Rewe hat kürzlich den Mindestbestellwert angehoben auf 50 Euro, dazu kommt noch eine Liefergebühr. Nicht sehr kundenfreundlich, aber anscheinend nicht anders machbar."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Service muss teurer werden oder Ausliefern effizienter

Wahrscheinlich werden die Händler künftig unterschiedliche Angebote für verschiedene Zielgruppen machen:

  • Premium-Angebot: Der Händler liefert alles wie bisher, und zwar zu einem Wunschzeitpunkt, dafür zahlt der Kunde dann aber 20 Euro Liefergebühr. Teuer aber gut.
  • Normalo-Angebot: Der Lieferservice gibt nur noch einen Zeitraum an, zum Beispiel morgen Nachmittag. So kann er seine Route effizienter gestalten. Günstig, aber weniger flexibel.
  • Click-and-Collect-Modell: Ihr bestellt eure Lebensmittel online. Supermarkt-Mitarbeiter packen die Bestellung, und ihr holt die fertig gepackte Tüte dann vor Ort ab.
"Online bestellen, dieselben Preise wie im Supermarkt bezahlen und alles kostenlos geliefert bekommen – das wird es so ziemlich sicher nicht geben."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

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