Der Essenslieferservice Deliveroo hat die Daten seines Routing-Algorithmus ausgewertet. Danach sind Radfahrer schneller als Autos oder Motorräder.

Der international agierende Lieferservice Deliveroo hat die Smartphone-Daten seiner Motorrad-, Auto- und Fahrradkuriere ausgewertet. Das Ergebnis: In Städten haben Fahrradfahrer eindeutig die Nase vorn. Die Daten stammen von 30.000 Kurierfahrern aus 13 Ländern.

Möglich machte die Datenauswertung der Routing-Algorithmus des Lieferdienstes mit dem Namen Frank. Frank's Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Kunden schön warmes Essen erhalten, das im Idealfall bereits kurz nach der Zubereitung im Restaurant abgeholt wurde.

"Auch die Fahrer gilt es zufriedenzustellen, denn die brauchen mehrere Auslieferungen pro Stunde, um auf ihren Schnitt zu kommen."
Netzreporterin Martina Schulte über den Routing-Alorithmus "Frank"

Damit alles reibungslos funktioniert, muss Frank verschiedene Parameter miteinander in Beziehung setzen. Der Routing-Algorithmus muss als koordinieren, welches Essen geordert wurde, wo das Restaurant liegt, welche Tageszeit oder welcher Wochentag gerade ist und wieviele Fahrer sich in die Kurier-App eingeloggt haben. Dazu zieht Frank Millionen echter Fahrtdaten heran, die Kuriere per Fahrrad, Scooter oder Auto in zahlreichen Städten weltweit aufgezeichnet haben.

Gegenüber der motorisierten Konkurrenz haben die Fahrradkuriere einige Vorteile:

  • keine mühsame Parkplatzsuche
  • Einbahnstraßen, Parks sind für Radfahrer zugänglich und erlauben Abkürzungen
  • Kein Stau zur Rush Hour

Das Ergebnis der Deliveroo-Daten stimmt übrigens mit einem berühmten Versuch der legendären BBC Autosendung Top Gear überein. In einem Versuch von 2007 waren in der Rush Hour von London ebenfalls die Radfahrer am schnellsten.

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