Backpacker-Urlaub, am Strand oder auf dem Balkon: Egal, wo ihr euren Urlaub verbringt, es gibt das passende Buch dazu - Lydia Herms stellt drei davon vor. 

Das Taschenbuch für Backpacker

"Der Club" von Takis Würger

Für eine Pause vom Journalistendasein ging Takis Würger nach Cambridge in England, ans St. John’s College. Er wollte eine Weile studieren. An diesem College gibt es – neben sehr vielen anderen Verbindungen und Clubs – den Pitt Club. Das ist eine sogenannte schlagende Studentenverbindung. Allerdings werden hier Wettkämpfe nicht mit Säbel oder Florett ausgefochten, sondern mit den Fäusten. 

Und auch das nicht ausschließlich: Die Mitglieder "schlagen" sich vor allem mit Geld. Der Pitt Club ist legendär. Während seines Studienjahrs in Cambridge kam Takis Würger in Berührung mit diesem Club. In einem Interview erzählt er von der Sogwirkung, die dieser Club auf ihn hatte. 

Er war so beeindruckt von dieser Erfahrung, dass er nach einem Jahr das Studium abgebrochen und innerhalb von drei Monaten seinen ersten Roman darüber geschrieben hat. 

In "Der Club" geht es um Hans aus Niedersachsen – er ist klug, zurückhaltend, Vollwaise und Vollblutboxer. Er wird von seiner Tante nach Cambridge gerufen, um brutale Machenschaften aufzudecken, die sich in den engsten Kreisen des Pitt Clubs zugetragen haben sollen. Hans folgt dem Ruf, taucht in das Studierendenleben ein und verliert sich beinahe dabei.

Das Buch: 

"Der Club" von Takis Würger, erschienen bei Kein & Aber, 238 Seiten, 12 EURO, erstmals erschienen im Februar 2017, Taschenbuchausgabe: April 2018

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Der Schmöker für den Strandurlaub

"Liv" von Kevin Kuhn

In diesem Roman geht es um Liv und um Franz. Die beiden kennen und begegnen sich nicht. Liv lebt heute und Franz Ende der 1920er. 90 Jahre trennen die beiden.

Am Anfang des Buches lernen wir Liv kennen, die Smoothie trinkend in einem Transitbereich eines Flughafens auf Ihren Abflug wartet, und sich durch ihre Apps und Chats scrollt. Liv ist Israelin und flieht vor dem Wehrdienst, indem sie eine Weltreise macht. 

Egal, wo sie landet, sie ist nie allein, denn sie ist immer online, bedient die Farbfilter im Schlaf und denkt in Hashtags. Ihr gegenüber steht Franz, ein junger Mann, der genau wie Liv alles fotografiert, was er sieht, allerdings analog und nicht digital, aber ähnlich obsessiv. Er kann sich nicht sattsehen an den schönen Menschen, an deren Bewegungen und Behausungen in Berlin. 

Liv und Franz sind beide mitteilungsbedürftig, sie saugen alles auf und geben alles gefiltert weiter. Manchmal will man ihnen Smartphone und Kamera wegnehmen, weil es zu viel ist, sagt Lydia Herms. 

Das Buch:

"Liv" von Kevin Kuhn, erschienen im Berlin Verlag (bei Piper), 493 Seiten, 22 EUR, erschienen als gebundene Ausgabe: September 2017

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Graphic Novel für den Balkon

"This Feeling Of Emptiness Like Shopping For Groceries And Forgetting To Bring The Pfandflaschen" von Sophia Hembeck

"Ganz bunt, ganz nackt, und randvoll mit Gefühlen" - das sind die Wörter mit denn Lydia Herms die Graphic Novel mit dem Titel "This Feeling Of Emptiness Like Shopping For Groceries And Forgetting To Bring The Pfandflaschen" umschreibt. Das Buch kann man nur bei der Autorin selbst oder in ausgewählten Buchhandlungen kaufen, weil es im Selbstverlag erschienen ist. 

In "This Feeling Of Emptiness Like Shopping For Groceries And Forgetting To Bring The Pfandflaschen“, ein Phänomen, das auch Lydia Herms nicht unbekannt ist. Immer dann, wenn etwas Wichtiges in ihrem Leben passiert und ihre Gedanken durcheinanderbringt: Etwas Mächtiges, wie die Liebe. 

Die Autorin Sophia Hembeck hat einen Monolog geschrieben, in dem sich eine Frau an eine Liebe erinnert, für die sie viel Negatives hingenommen hat: Betrug, Lügen und Selbstzweifel zum Beispiel. 

Die Künstlerin Julia Feller hat diesen Monolog mit vielen Linien bebildert. Ungewöhnliche Linien, die verrutscht, krumm und manchmal endlos wirken. Irgendwie fehlerhaft, aber dadurch auch faszinieren. 

Die so entstandene Graphic Novel ist eine Ode an das Lieben, etwas, das wir nicht beherrschen, das uns leiden und frohlocken lässt, das uns nackt fühlen lässt und unverwundbar macht, findet Lydia Herms.

Das Buch:

"This Feeling Of Emptiness Like Shopping For Groceries And Forgetting To Bring The Pfandflaschen" von Sophia Hembeck, illustriert von Julia Feller, im Selbstverlag, 12 EUR, Graphic Novel, 80 Seiten, VÖ: Mai 2018

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