Wer einen festen Freundeskreis hat, ist gesünder und weniger anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen. 77 Prozent der Deutschen pflegen einen festen Freundeskreis. Im Schnitt haben wir 3,3 echte Freunde aus Fleisch und Blut - dazu kommen noch so rund 130 Facebook-Freunde im Schnitt. Sozialwissenschaftler haben festgestellt, dass Freunde inzwischen auch mehr Verantwortung füreinander übernehmen und damit die sich auflösenden Familienbande ersetzen.

Beim Umzug helfen uns Freunde und nicht mehr Papa, Mama, Bruder oder Schwester, weil die sowieso viel zu weit weg wohnen. In Krisenzeiten wie Prüfungsphasen suchen wir Unterstützung bei Freunden, wo wir auch spät nachts noch mal schnell vorbeikommen dürfen. Das klassische Familiengefüge befindet sich in Auflösung, nicht zuletzt weil Familien zerbrechen, sich in Patchwork-Familien neu zusammenfügen, weil wir heute die Freiheit haben, unsere Bindungen, ob Verwandtschaft oder Freunde, selbst zu wählen und aufrecht zu erhalten oder nicht.

Die Journalistin und Autorin Susanne Lang zeigt in ihrem Buch "Ziemlich feste Freunde" diese Entwicklung zur "Freunde-Familie" auf. Dabei differenziert sich Freundschaft aus in enge, feste Freundschaften und lockere Online-Freundschaften.

"Man hat drei oder vier enge Freunde, so der Durchschnitt, die sind emotional eine gute Stütze."
Susanne Lang, Journalistin und Autorin

Durch das Internet haben wir mehr Möglichkeiten, Freundschaften zu knüpfen, die vielleicht nicht besonders eng sind, erklärt Susanne Lang. Viele tauschen sich gerne mit virtuellen Freunden aus, weil sie für die verschiedenen Probleme oder Fragen wählen können, mit wem sie welche besprechen.

"Es gibt mehr verschiedene Arten von Freundschaften, die wir pflegen. Die haben alle eine bestimmte Funktion."
Susanne Lang, Journalistin und Autorin

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