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Abstand, Masken, Verkaufsverbot: Die Pandemie bringt neue Regeln mit sich. Für Alex bedeutet der Lockdown, dass sie ihr Kosmetikstudio in Berlin vorerst dicht machen muss. Das setzt ihr nicht nur existenziell zu, sondern greift auch ihren Selbstwert an.

Die Corona-Krise trifft vor allem die Solo-Selbstständigen besonders hart. Eine, die das am eigenen Leib erfährt, ist Alex. Sie führt ein Kosmetikstudio in Berlin Schöneberg. Doch das ist nun seit Anfang November geschlossen. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie sich gerade fühlt: in erster Linie kraftlos, weil ihr die Arbeit fehlt.

"Ich bin müde und erschöpft und fühle mich einfach im Kopf nicht wohl."
Alex, muss ihr Kosmetikstudio seit November schließen

Das Geld wird knapp, die Regelbrecher bleiben

Das Hauptproblem: Alex' Ersparnisse sind bald aufgebraucht. "Ich schaff nur noch den Januar", sagt sie. Selbst das sei für sie "eine große Leistung." Drei Monate ohne Arbeit sind als Solo-Selbstständige schwer durchzuhalten. Vor allem, weil sie in ihrer Branche nicht so viel verdient, dass sie sich ein Geldpolster anlegen kann.

Es ist nicht das erste Mal, dass Alex den Laden dichtmachen muss. Schon Anfang 2020 traf es das Kosmetikstudio. Der Unterschied: Diesmal sei ihr vor Weihnachten und Silvester gleich bewusst gewesen, dass die Einschränkungen länger andauern würden.

Dass sich weiterhin viele Leute nicht an die geltenden Vorschriften halten, macht Alex wütend.

"Ich hab Verständnis für jede Meinung. Aber unsere Existenz steht auf dem Spiel. Und es halten sich immer noch viele nicht an die Regeln."
Alex, muss ihr Kosmetikstudio seit November schließen

Stärkung von Außen und von Innen

Was ist mit den staatlichen Unterstützungen während des sogenannten Lockdown 2.0? "Die sind diesmal nicht angekommen", erklärt uns Alex. Dabei wurde ihr eigentlich mitgeteilt, dass sie 75 Prozent des November-Umsatzes aus dem Vorjahr bekommen würde. "Das wäre super. Das würde mir wirklich reichen, weil ich damit meine betrieblichen Kosten decken kann."

Doch das Nicht-Arbeiten hat auch an Alex' Selbstwertgefühl genagt. "Ich habe für mich gerade keinen Wert", meint sie. Sie ergänzt: "Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass man sich auch ohne Arbeit als wertvoll empfindet." Warum das bei ihr nicht so ist? Alex glaubt, dass sie sich viel zu spät damit beschäftigt hat, was sie – abseits vom Job – als Mensch ausmacht.

Trotz aller Umstände bleibt Alex hoffnungsvoll. "Ich möchte nicht an einen Plan B glauben." Sie wünscht sich stattdessen, im Februar mit ihrem Job endlich wieder durchstarten zu können."

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