Viele Maßnahmen, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen, wurden gelockert. Aber längst nicht alle. Denn die Pandemie ist nicht vorbei. Wie können wir mit der neuen Situation umgehen?

Laura Klimecki lebt in München. In der Innenstadt könne man gerade das Gefühl gewinnen, es sei nie irgendetwas passiert, so die Psychologin. Die Menschen sind wieder draußen unterwegs, spazieren und genießen das schöne Wetter.

Aber das sei ganz natürlich und wie nach einem Hausarrest. Die Menschen gehen jetzt wieder vor die Tür und feiern die neu gewonnene Freiheit, so Laura Klimecki.

Das Risiko richtig einschätzen

Doch es gelten weiterhin Kontakt- sowie Abstandsregeln. Ihr dürft euch nicht mit allen möglichen Leuten treffen, sondern mit allen Personen einer anderen Familie oder eines anderen Hausstandes, zum Beispiel einer WG. Ebenso bleibt es bei den 1,50 Metern Abstandhalten. Hier erklären wir, welche Regeln gelten.

"Wir sollten die Lockerungen mit Bedacht nehmen."
Laura Klimecki, Psychologin

Für viele sei es schwierig, das Risiko durch den neuartigen Coronavirus richtig einzuschätzen, so die Psychologin. Denn wir können die Gefahr nicht sehen und nicht spüren. Die Politik könne an das Verhalten der Menschen mahnen. Aber wichtig sei weiterhin, dass jeder und jede für sich überlegt, was die aktuelle Situation für ihn oder sie bedeute.

"Das Problem ist, dass wir bestimmte Risiken falsch einschätzen, wenn wir sie nicht sehen."
Laura Klimecki, Psychologin

Aber es scheint, dass einige Mitmenschen rasch in den Normalzustand zurückschalten. Da ist es teils schwierig, weiterhin bestehende Kontaktregeln durchzusetzen. Laura Klimecki empfiehlt deshalb, klar zu kommunizieren, welchen Abstand ihr mindestens wollt. Oder auch Gruppensituationen eher zu meiden, wenn es euch unangehehm ist, die eigenen Bedenken durchzusetzen. Für andere fühlt sich die aktuelle Risikosituation möglicherweise anders an. Doch darüber lasse sich kaum diskutieren.

"Über Gefühle kann man nicht verhandeln."
Laura Klimecki, Psychologin

Dennoch ist es wichtig, klar zu formulieren, was ihr fühlt und denkt. Und es ist gut, sich vorher klar zu machen, in welche Situationen ihr euch begeben wollt oder nicht - am besten bevor ihr rausgeht.