Irgendwas läuft schief, findet die Influencerin Louisa Dellert. Die Gesellschaft steht vor riesigen Herausforderungen – Klimakrise, Rassismus, Ungleichheit… um nur einige zu nennen. Um die lösen zu können, brauchen wir eine bessere Debattenkultur, mahnt sie.

Um einen Beitrag zu einer verbesserten Debattenkultur zu leisten, hat Louisa Dellert eine virtuelle Deutschlandreise unternommen. Digital hat sie viele verschiedene Menschen getroffen, ihnen zugehört, mit ihnen gesprochen, ihre Geschichten in einem Buch aufgeschrieben. Aus ihren Gesprächen und den Mails, die sie bekommen hat, haben sich dabei sechs große Themenblöcke herauskristallisiert, erzählt sie im Grünstreifen-Interview – darunter Feminismus, Klimakrise, Chancenungleichheit und Alltagsrassismus.

"Wir müssen schauen: Haben wir bisher eigentlich den Betroffenen richtig zugehört?"
Louisa Dellert, Influencerin und Buchautorin

Louisas Beobachtung nach gehen wir zu wenig auf Gesagtes ein und senden nur unsere eigenen Botschaften. Daran sollten wir arbeiten, glaubt sie. Denn: Zuzuhören sei wichtig – ganz besonders denjenigen, mit denen man nicht einer Meinung ist oder deren Erfahrungen man nicht teilt.

Von einer 'Gegenseite' will sie dabei für ihre Gespräche allerdings nicht sprechen, denn man müsse überlegen: Was ist das denn überhaupt, 'die' Gegenseite? Beim Klimawandel beispielsweise: Klimawandel-Leugner seien für sie keine Gegenseite, sie würden schlicht nur wissenschaftliche Fakten ignorieren. Auch bei Rassismus gibt es für sie keine zwei Meinungen. Hier sei eher die Frage: Wie gehe ich mit dem Thema um?

"Wir müssen darüber sprechen, wie wir im Moment Debatten miteinander führen."
Louisa Dellert, Influencerin und Buchautorin

Louisa Dellert fordert nicht zwingend eine ganz neue Debattenkultur. Sie regt vielmehr an, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir miteinander kommunizieren und umgehen – insbesondere in den Social Media.

Wir sollten reflektieren, so die Influencerin und Autorin, ob das alles wirklich auf Augenhöhe stattfindet und ob wir nicht mehr Konsens finden können... und wenn der Konsens 'nur' lautet, dass wir uns in manchen Dingen eben nicht einig sind, aber trotzdem sachlich miteinander sprechen können.

Betroffenen zuhören, Fakten checken, Meinung bilden

Deshalb sei es ihr wichtig gewesen, in ihrem Buch betroffene Menschen sprechen zu lassen und auch Faktenchecks zu machen. Auf der Basis könne sich ja jeder entscheiden, anderer Meinung zu sein, und sich eine andere Meinung bilden.

Am liebsten würde Louisa mit dem Buch möglichst viele Menschen auch außerhalb ihre eigenen Bubble erreichen, sagt sie. Insbesondere jene, die bislang mit Betroffenen der in ihrem Buch aufgegriffenen Punkte selbst noch nicht in Berührung gekommen sind. Oder jenen, die anderer Meinung sind als sie selbst.

Welche Verantwortung für sie mit ihrer Reichweite einhergehen, warum sie öffentlich nicht sagt, wen sie wählt, und welche ihrer Gesprächspartner*innen sie am meisten berührt haben, erzählt sie im Grünstreifen-Interview. Das und mehr hört ihr, wenn ihr oben auf Play klickt.

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Ihr Buch heißt "Wir - Weil nicht egal sein darf, was morgen ist", mehr Infos dazu findet ihr auf Louisas Insta-Page.