Die Einreisebestimmungen für unverheiratete Paare haben sich geändert. Partnerinnen und Partner, die im außereuropäischen Ausland leben und durch die Corona-Beschränkungen an der Einreise gehindert wurden, dürfen jetzt wieder nach Deutschland kommen. Unter dem Hashtag #LoveIsNotTourism feiern Liebende die schon lang geforderte Änderung.

Es ist großer Erfolg für Paare, die in unterschiedlichen Ländern leben und sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr sehen konnten. Es gab zwar schon lange eine Ausnahmeregelung für verheiratete Paare – sie durften sich nur sehen, sofern sie sich vorher schon nachweislich einmal in Deutschland getroffen hatten – aber für viele unverheiratete binationale Paare galt diese Regelung nicht.

Paare müssen sich nur noch irgendwo getroffen haben

Das hat sich jetzt geändert. Es reicht der Nachweis, dass sich ein Liebespaar persönlich getroffen hat, egal wo.

"Es muss nur noch nachgewiesen werden, dass das Paar sich mindestens einmal persönlich getroffen hat. Egal, ob das Treffen in Deutschland oder im Ausland stattgefunden hat."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk Nova

Mit dem Teil-Lockdown im Frühjahr konnten sich betroffenen Paare zunächst gar nicht sehen. Im August gab es dann Regelungen für nicht-verheiratete Paare, die auch bis heute auch gelten: Der in Deutschland lebende Partner musste eine Einladung schreiben. Außerdem mussten beide eine Erklärung unterschreiben, dass sie ein Liebespaar sind.

Bis Dienstag (17.11.) musste zudem ein früherer gemeinsamer Wohnsitz im Ausland nachgewiesen werden oder ein persönliches Treffen in Deutschland. Jetzt wurden diese Bestimmungen gelockert: Als Nachweis reicht ein Treffen irgendwo auf der Welt.

Erleichterung, aber noch nicht am Ziel

Nach 14 Monaten können sich jetzt zum Beispiel auch Vanessa und ihre Freundin in China endlich sehen. Beide hatten sich online kennengelernt und Vanessa war Ende 2019 für ein Treffen nach China geflogen. Darüber haben wir mit ihr in der Ab 21 gesprochen. Das nächste Treffen war geplant, aber dann kam die Corona-Pandemie. Vanessa habe die Nachricht der Neuregelung überwältigt, sagt sie.

"Da war ich erstmal total schockiert, ich habe erstmal eine halbe Stunde durchgängig geweint."
Vanessa

So wie Vanessa und ihrer Freundin dürfte es auch vielen anderen internationalen Paaren gehen. Unter dem Hashtgag #Loveisnottourism hatte sich eine ganze Community unglücklich Liebender gebildet und ordentlich Druck gemacht. Ihr Dank gilt dabei auch Konstantin Kuhle und Moritz Körner von der FDP, weil die sich besonders für die Lockerungen eingesetzt hatten.

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Trotz der Erleichterung gibt es immer noch Kritik. Beispielsweise muss nach den geltenden Einreisebestimmungen ein Visum beantragt werden. Und das erweist sich als Hürde für einige Paare. Vanessa und andere Betroffene setzen auf die Community im Netz.

"Die nächste Herausforderung ist es, ein Visum zu beantragen, da werden sich einige Einsetzen, dass sich das noch ändert."
Vanessa

So fordert die Community etwa das Außenministerium dazu auf, die Visavergabe transparenter zu machen. Die Community richtet sich dabei auch direkt an Heiko Maas und fordern ihn auf, die deutschen Konsulate und Botschaften dazu zu bringen, ihre Arbeit zu machen.

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