Auf dem Einrad fährt Lutz Eichholz auf der ganzen Welt die steilsten Berge hinunter. Den Nervenkitzel, den er dabei verspürt, will er nicht überreizen.

Lutz Eichholz hat das Einradfahren in einer Turnhalle gelernt. Das wurde ihm irgendwann zu langweilig, und er wusste, dass manche Kanadier und US-Amerikaner mit dem Einrad in den Bergen unterwegs sind. Lutz beschloss, das auch zu versuchen. Und damit war er einer der ersten in Deutschland, die die Szene des Extrem-Einrad-Bergsteigen begründeten.

Lutz, 29, fährt seitdem auf der ganzen Welt Berge hinunter. Seine bisher größte Herausforderung war der Damavand, der mit 5600 Metern höchste Berg des Iran. Die extreme Höhe machte ihm zu schaffen, der Berg ist steil und rutschig, was für das Fahren mit dem Einrad schon in niedriger Höhe riskant wäre. Bei dem Projekt hat sich ein Crew-Mitglied das Bein gebrochen, ein anderes wurde höhenkrank. Lutz hat sich in den Bergen bis auf Kratzer und blaue Flecken noch keine Verletzungen zugezogen.

Die Faustregel von Lutz: Alles, was er zu Fuß ohne Hilfe seiner Hände hochgehen kann, kann er mit dem Einrad wieder runterfahren. Es geht also teilweise so steil bergab, dass Lutz nicht mehr die volle Kontrolle hat, wie er sagt: "Man wird hin und her geschleudert, der Berg wirft einen wie einen Ping-Pong-Ball hinunter." Das sei dann Nervenkitzel, und "wenn man es geschafft hat, dann fühlt es sich gut an."

Lutz sagt, ihm sei bewusst, dass das extreme Einradfahren manchmal Züge von Drogen hat. Er versucht das zu hinterfragen, um den Nervenkitzel nicht zu überreizen.