Hier lebte also Don Draper. Zwischen Retro-Sofas, Karokissen und Mustertapeten. "Mad Men" ist Kult, der Look der Serie auch. Wenn sie im Mai zu Ende geht, wandern die Requisiten nicht in den Müll, sondern in zwei Ausstellungen. Sie haben den Schick und den nostalgischen Charme der 1960er Jahre, sind aber zum Teil erst für die Serie entstanden.

Es ist die Geschichte von jemandem der eine fremde Identität annimmt und Karriere macht. Irgendwie typisch amerikanisch. Wenn in einer Szene Drapers Boss von der Täuschung erfährt meint er nur: "Who cares?" Die Suche nach sich selbst ist Leitmotiv der Serie. Und es ist der Look, die Ausstattung und die Kostüme.

Die Bühnenbilder sind außergewöhnlich für eine Fernsehserie. Das ist auch der Grund warum es viele Requisiten - auf Englisch Props - neben Kostümen und sogar ganzen Räumen aus den Studiokulissen, ins Museum geschafft haben. DRadio-Wissen-Reporter Thomas Reintjes hat mit dem Propmaster der ersten Staffel, Scott Buckwald, gesprochen: "Die Herangehensweise ist wie bei einem Schauspieler", erklärt er. Der Requisiteur muss sich auf die Zeit einlassen und auf die Suche gehen. Das meiste findet Buckwald bei Requisitenhändlern in Los Angeles auf Flohmärkten oder im Netz.

"Das Internet hat den Look von Fernsehserien verändert."
Scott Buckwald, Requisiteur von Mad Men

Aber längst nicht alles gibt es im Netz. Besonders Dinge ohne Sammlerwert sind schwer zu bekommen. Zum Beispiel die Verpackung eines Tiefkühlkäsekuchens der Marke Sarah Lee. In der Folge mit besagtem Backwerk war dieser schlussendlich zwar gar nicht zu sehen, aber Scott Buckwald war vorbereitet. Er hatte einen alten Werbefilm recherchiert und anhand dessen die Kuchenverpackung mit Photoshop nachgebaut.

Bühnenbild von Don Drapers Büro mit Requisiten.
© Thanassi Karageorgiou | Museum of the Moving Image
Bühnenbild von Don Drapers Büro mit Requisiten.

Sowieso ist Photoshop eines seiner Lieblingswerkzeuge. Damit bearbeitet er Scans von alten Zeitschriftentiteln. Denn diese mussten in der Serie schließlich wie neu aussehen, wenn auch im alten Look. Hier werden die Ausstellungen in Washington und New York dann auch für diejenigen interessant, die keine Hardcore-Fans sind. Den Machern geht es um eine interessante Ausstellung, die den kreativen Prozess im Hintergrund zeigt, erklärt die Initiatorin Barabara Miller.

"Die Zigarettenpackungen in der Serie sind nicht von damals, sondern mit Photoshop gemacht."
DRadio-Wissen-Reporter Thomas Reintjes

Zu den Ausstellungen: