Japanische Comics – Mangas – boomen gerade in Deutschland. Laut einem Fachmagazin stiegen die Umsätze 2021 mit japanischen Comics in Deutschland um 75 Prozent. Ein möglicher Auslöser für den Hype ist der besondere Medienmix, den die Comics verwenden.

Mangas erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Verena Maser ist Japanologin und übersetzt die Geschichten ins Deutsche. Dass sich der Absatz in Deutschland 2021 enorm gesteigert hat, liegt unter anderem an der Pandemie und den Lockdowns, vermutet sie.

"Während der Pandemie haben wir viel Zeit zu Hause verbracht. Irgendwann war Netflix ausgeguckt, dann hat man seine Mangas wieder hervorgekramt."
Verena Maser, Japanologin und Übersetzerin aus Nürnberg

Viele sind so auch auf neue Titel aufmerksam geworden und haben sie gekauft, weil die Auswahl groß ist, glaubt die Japanologin.

"Der Verkauf von Mangas wächst schon die ganzen Jahre über. Vielleicht nicht mit 75 Prozent Zuwachs – aber schon mit ordentlichen Zuwächsen. Deswegen ist es kein totaler Zufall, dass es noch mal mehr geworden ist", sagt Verena Maser.

Mila Superstar: Retrotitel aus den 70ern ist sehr beliebt

Verena Maser erklärt, dass Mangas keineswegs ausschließlich für Teenager produziert werden, auch wenn 13- bis 16-Jährigen die größte Zielgruppe sind. Verlage bringen immer mehr Titel für ältere Leserinnen und Leser heraus. Neben Comics ab 18 Jahren gibt es inzwischen auch Retrotitel wie Mila Superstar.

Als Anime war die Mila-Superstar-Reihe in den 90er-Jahren sehr erfolgreich, sagt Maser. Der Manga hatte es lange nicht nach Deutschland geschafft, das ist jetzt gelungen. "Der Mila-Superstar-Manga stammt eigentlich aus den 70ern. Man will jetzt die alten Fans abgreifen."

Für Leute, die bisher wenig Berührung mit den japanischen Büchern hatten, ist der Zugang schwerer. Aber er ist nicht ausgeschlossen, meint Maser.

Zugang zu Mangas über Social Media

Oft erhalten Leser*innen Zugang über Mund-zu-Mund-Propaganda oder soziale Netze wie Instagram und Tiktok.

Es gibt nur wenig Werbung für Mangas. Die Verlage sind in Hamburg oder Berlin. Maser hat den Eindruck, dass sich die Fachverlage bei der Werbung auf diese Städte konzentrieren. Die Japanologin Verena Maser beobachtet dennoch, dass sich die Wahrnehmung auf die Fernost-Comics gewandelt hat.

Sie sagt, dass sie inzwischen niemand mehr erklären muss, was Mangas sind, wenn sie von ihrem Job als Übersetzerin berichtet. Wer sich noch nicht mit Mangas beschäftigt hat, nun aber neugierig geworden ist, dem empfiehlt Maser den Comic "A Man And His Cat" von Autor Umi Sakurai.