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Sie sind Tradition im Fernsehen: Politische Sommerinterviews. Der Gehalt ist umstritten. Eine Stunde was mit Medien beschäftigt sich mit der Frage, wie zeitgemäß diese Interviews noch sind.

Helmut Kohl am Wolfgangsee, Gerhard Schröder an seinem privaten Wohnort in Hannover und Angela Merkel im Bundeskanzleramt – jeden Sommer wiederholt sich diese Tradition in der Medienlandschaft: Das politische Berlin ruht, Spitzenpolitiker sind aber dennoch präsent. Sie geben ihre Sommerinterviews.

In den 80er Jahren hat das ZDF dieses Format eingeführt. Die ARD und dritte Programme zogen später nach. Für beide Seiten gibt es Vorteile: In der Nachrichten-ärmeren Sommerzeit können die Sender ihre Programmflächen füllen. Politikerinnen und Politiker können sich ihren Wählerinnen und Wählern von einer privateren Seite zeigen.

Neue Herausforderungen durch rechtspopulistische Politiker

Doch brauchen sie das in Zeiten von Instagram noch? Immer wieder gibt es zudem für die Sender Kritik am Gehalt der Gespräche. Jüngst ist noch eine Herausforderung hinzugekommen: Seit dem Einzug der AfD in den Bundestag tun sich die Fernsehjournalisten schwer mit dem Umgang mit rechtspopulistischen Politiker.

Bis 2015 war der Journalist Ulrich Deppendorf Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, in dem auch die Sommerinterviews entstehen. Im Gespräch mit Eine Stunde was mit Medien reflektiert er die politischen Sommerinterviews und diskutiert mit uns darüber, welche Rolle sie für die Sender und das Publikum heute noch haben.

Außerdem: Vor fünf Jahren ist das Media Lab Bayern gegründet worden. Das Ziel: Die Zukunft der Medien erforschen. Seitdem sind 44 Medien-Start-ups durch den Bayerischen Staat gefördert worden. Was hat das Media Lab in den fünf Jahren über die Zukunft der Medien gelernt? Lab-Chefin Lina Timm verrät es.