Männer sollen endlich auch für ordentlichen Umsatz in Drogeriemärkten sorgen. Die Auswahl an Pflegeprodukten für Männer steigt und sie werden prominent platziert. Endlich muss kein Mann mehr verschämt durch die Regale streifen, nur weil er sich eincremen will.

Viele große Drogerieketten haben mittlerweile eigene Regale ausschließlich mit Kosmetikprodukten für Männer aufgestellt. Früher waren diese Produkte überall verteilt, die Männercreme irgendwo zwischen der riesigen Damenauswahl und die Rasierer und Klinge da, wo die rosa Einwegrasierer liegen, die nur an Frauenbeine dürfen.

Alle Männer-Produkte schön übersichtlich in einem Regal

Die Kosmetik-Hersteller haben auch neue Produktlinien rausgebracht, deren Namen nach Testosteron klingen sollen: Bulldog, Seinz oder Womanizer zum Beispiel. Optisch wollen die Hersteller die Männer mit dunklen Farben und kantige Schriften ansprechen, erklärt der Markenexperte Karsten Kilian. Gerne werden dazu noch grafische Elemente wie zum Beispiel ein Totenkopf, ein Surfbrett oder auch ein Schottenkaro benutzt.

"Ein dunkles Blau, ein schwarzes Grau, das kann auch silbrig sein: Man nutzt diese Farben, damit sich der Mann auch in der Verpackung im Schriftzug wieder erkennt."
Karsten Kilian, Markenexperte

Die Süddeutsche Zeitung hat sich das mal genau angesehen und bezieht sich auf Zahlen eines Marktforschungsinstituts. Das geht davon aus, dass der globale Markt für Männerpflege in den kommenden vier Jahren pro Jahr um über fünf Prozent wachsen wird. Insgesamt würden Männer dann fast 80 Milliarden US-Dollar ausgeben, um gepflegter auszusehen.

"Wir Männer sind quasi der noch nicht gehobene Goldschatz der Kosmetik-Industrie! Ich bin ein gutes Beispiel dafür."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es der Kosmetik-Industrie gelingt, den Markt so anzukurbeln, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Ähnlich gut habe das in den vergangenen Jahren zum Beispiel mit dem Grill geklappt. Früher hat es nur wenige Männer interessiert, wie der Grill aussah, auf den sie ihr Steak legten. Mittlerweile sind Grills Statussymbole geworden. Und Markenexperte Karsten Kilian nennt eine weitere Produktgrupppe, die es geschafft hat. Auch das Liebesspielzeug habe es aus der Schmuddelecke geschafft und hat sich zum gängigen Schlafzimmer-Accessoire gewandelt.

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