Fabian Hart schreibt über Beauty und Mode für Männer. Damit besetzt er eine Nische – zumindest noch. Denn er hofft, dass Männlichkeit in Zukunft keine Klischees mehr erfüllen muss. 

Schminktutorials auf Youtube, die neusten Modepics auf Instagram – in den sozialen Medien finden wir viele Influencerinnen und Bloggerinnen für Beauty und Fashion. Zwar gibt es auch immer mehr männliche Beauty-Blogger, wie Patrick Simondac in den USA oder Theo Vanity aus München – aber die meisten Blogs und Accounts zum Thema richten sich von Frauen an Frauen.

"Ich arbeite nicht gegen Kollegen, sondern ich arbeite gegen Klischees."
Fabian Hart, Blogger und Autor

Auch Fabian Hart schreibt über Mode und Beautytrends, auf seinen Kanälen beschäftigt er sich mit den verschiedensten Produkten. Immer im Fokus: das Thema Männlichkeit. Dabei will er gegen Klischees arbeiten, wie er auch in seiner Vogue-Kolumne "Das neue Blau" betont. Vor allem gegen das Klischee des stereotypischen Mannes in den Medien.

Männlichkeit darf auch weiblich sein

Jungs weinen nicht, stell dich nicht so an, sei kein Weichei, sei keine Pussy – viele Männer und Jungs werden den ein oder anderen Satz mal gehört haben. Sätze wie diese stören Fabian Hart und sind für ihn Teil eines größeren Problems. Er sagt: Es wird ein Bild vom muskelbepackten Aggressor vermittelt, der gleichzeitig Versorger und Fürsorger ist.

"Man versucht, Jungs immer noch zu erklären, dass alles was männlich ist, auf gar keinen Fall weiblich sein darf."
Fabian Hart, Blogger und Autor

Deswegen, sagt Fabian, sei Männlichkeit die stete Ablehnung von allen Dingen, die wir als weiblich empfinden. Zum Beispiel zu weinen oder über Gefühle zu sprechen. Auch Fabian hat früher nach dem Männlichkeitsideal gestrebt, bis er sich nicht mehr vorschreiben lassen wollte, wie er zu sein hat. Heute spielt er mit diesen Klischees: Er geht zum Beispiel gern ins Fitnessstudio, zieht aber dann ein Oberteil an, das für viele weiblich wirkt.

"Dieses Spiel mit den Geschlechterrollen, mit den Geschlechterklischees, mag ich total gerne. Weil es irritiert, aber dann doch viele interessiert."
Fabian Hart, Blogger und Autor
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Mehr Vielfalt in kommerziellen Medien

Und das kommt an. Gerade auch bei den Männern, die sich bisher noch nicht an das Thema herangetraut haben: Fabian sagt, dass die Männer ihm viele Fragen auf seinen Social-Media-Kanälen stellen – denn sie bekämen an anderer Stelle keine Antwort.

Von vermeintlich männlich gebrandeten Produkten, die zum Beispiel im Drogeriemarkt zu finden sind, hält er gar nichts. Stattdessen müsse mehr Vielfalt in den kommerziellen Medien stattfinden. Zum Beispiel anhand von Protagonisten in Filmen, die vielschichtiger und in alternativen Männerrollen gezeigt werden. So könnten auch andere Formen von Männlichkeit Normalität werden.