Auch im Tierreich gibt es Masturbation. Delfine, Pinguine, Elefanten, Affen - sie alle tun es. Aber nicht nur zum Spaß. Die Tiere haben gute Gründe, sei es mit der Hand, der Flosse oder dem Rüssel.

Als der Polarforscher George Murray Levick im Jahr 1915 masturbierende Adeliepinguine sah, war er entsetzt. So sehr, dass der Brite seinen Bericht über die sexuellen Eskapaden in griechischer Sprache verfasste. Dennoch war es die erste Aufzeichnung über Masturbation im Tierreich.

Masturbation im Tierreich ist gut für die Fortpflanzung

Aber nicht nur Pinguine tun es. Auch Hunde, Elefanten, Affen, Ziegen, Delfine und Stachelschweine - und nicht nur die männlichen Tiere. Masturbiert wird mit der Hand, der Flosse oder dem Rüssel. Je nachdem, was vorhanden ist. Auch Hilfsmittel werden genutzt. Schimpansinnen beispielsweise basteln sich aus Holzstückchen Dildos.

Selbstbefriedigung im Tierreich dient aber nicht nur dem sexuellen Vergnügen. Für männliche Tiere bedeutet Onanie einen Begattungsvorteil. Denn Selbstbefriedigung kurz vor der Paarung mit einem Weibchen macht das Sperma frischer und erhöht die Chancen, Vater zu werden. Ähnliches gilt für weibliche Tiere: Durch Masturbation halten sie ihre Scheidenmuskeln fit und ihre Vaginalsekrete frisch.

"Die Tiere ziehen aus der Selbstbefriedigung verschiedene Vorteile."
DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig

Es gibt auch gesundheitliche Gründe für Masturbation. Dazu gehören die südafrikanischen Borstenhörnchen. Die Männchen machen es regelmäßig. Sie schützen sich so vor Krankheiten, die beim Sex übertragen werden. Die männlichen Tiere befriedigen sich direkt nach dem Sex, wodurch sie Krankheitserreger mit dem Ejakulat aus dem Körper spülen.

Ganz außergewöhnlich sind die Nubischen Steinböcke. Diese haben so lange Penisse, dass sie sich selbst oral befriedigen können. In der Wissenschaft heißt das Autofellatio.