Der Filmproduzenten Harvey Weinstein muss sich vor Gericht wegen dem Vorwurf der Vergewaltigung verantworten. Donna Rotunno ist auf Sexualverbrechen spezialisiert und verteidigt ihn. Sie hält viel von der Unschuldsvermutung und wenig von #MeToo.

Im Prozess gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe werden die Eröffnungsplädoyers erwartet. Für die Anklage ist Harvey Weinstein ein Vergewaltiger und Sexualverbrecher. Die Vorwürfe sind detailliert von der Anklage vor Gericht vorgetragen worden, sagt die ARD-Korrespondentin in New York, Antje Passenheim.

Unter dem Begriff #MeToo haben Schauspielerinnen öffentlich gemacht, dass sie von Harvey Weinstein sexuell genötigt und vergewaltigt wurden. Auch andere Frauen haben weltweit unter dem Hashtag veröffentlicht, dass sie Opfer sexueller Gewalt wurden – häufig in der Unterhaltungsindustrie. Teilweise ist es zu Anzeigen und juristischen Verfahren gekommen.

"Die Anklage hat seine mutmaßlichen Übergriffe bei mehreren Frauen wirklich im Detail beschrieben. Er hat seine Macht genutzt, das Schweigen von vielen Frauen sicherzustellen."
Antje Passenheim, ARD-Korrespondentin in New York

Harvey Weinstein bestreitet die Vorwürfe. In anderen Fällen hat er sich mit Opfern auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Sein Hauptanwältin Donna Rotunno hat bereits ihre Gegenstrategie angedeutet. Sie plant bei der Jury Zweifel zu säen, dass die Frauen wirklich Opfer des heute 67-Jährigen sind. Einer der Anwälten Harvey Weinsteins verbreitet, dass es Liebes-E-Mails an seinen Mandanten von einigen Klägerinnen gebe.

Im Prozess möchte die Verteidigung beweisen, dass manche sexuellen Handlungen zwischen Klägerinnen und Angeklagtem einvernehmlich erfolgt seien, und aufzeigen, dass mutmaßliche Opfer mit den sexuellen Beziehungen geprahlt hätten.

Spezialisiert auf Sexualdelikte

Donna Rotunno ist seit 15 Jahren auf die Verteidigung von Männern spezialisiert, die wegen Sexualdelikten angeklagt werden, sagt Antje Passenheim. Donna Rotunno missbilligt die #MeToo-Bewegung, die den Frauen keinen Gefallen tue. Donna Rotunnos Pointe: #MeToo ist gut für ihr Geschäft.

"Donna Rotunno ist vor allen Dingen für ihre gnadenlosen Kreuzverhöre berüchtigt."
Antje Passenheim, ARD-Korrespondentin in New York

Die Anwältin rühmt sich außerdem ihrer harten Verhörmethoden. Es wirke weniger brutal, als wenn ein Mann die Frauen befragen würde. Die Anwältin meint, dass Richterinnen und Richter ihr wegen ihres Geschlechts mehr durchgehen lassen.