95 Prozent der Deutschen konsumieren Radio analog und digital. Trotzdem hat der Zukunftsforscher Ben Hammersley auf den Radiodays Europe das Radio für tot erklärt. Eine Provokation für Radiomacher. Vielleicht, weil sie eine große Zukunft vor sich haben?

Deutschland ist nach wie vor ein Radioland. Das zeigen die neuen halbjährlichen Radioeinschaltquoten, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Fast jeder Deutsche hört Radio. 95 Prozent haben in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal eingeschaltet. Der klassische Radioempfang via UKW ist leicht rückläufig, wird aber durch die Nutzung der Hörfunkprogramme via Internet ausgeglichen, meldet die Radiozentrale, ein Zusammenschluss privater und öffentlicher-rechtlicher Sender. Zum Erfolg von Audio tragen auch die neuen smarten Lautsprecher Alexa und Co. bei. 

Trotzdem haben sich viele Radiomacher aus ganz Europa provoziert gefühlt, als Zukunftsforscher Ben Hammersley auf den Radiodays Europe den Tod des Radios ausgerufen hat. Der einstige Technik-Reporter (unter anderem Wired) hat mit seinen Thesen über den Wandel des Hörens die Szene in zwei Lager gespalten: Die einen waren begeistert, die anderen erbost. Warum? Reporterin Inge Seibel war dabei und berichtet in unserem Medienmagazin.

Was ist Gonzojournalismus?

Außerdem beschäftigen sich Daniel Fiene und Herr Pähler mit dem Begriff der Woche: Gonzojournalismus! Am Wochenende sorgte der Betreiber des Rheinneckarblogs für Schlagzeilen, als er über einen Terroranschlag in Mannheim berichtete, den es gar nicht gab. Die Auflösung fand hinter einer Paywall statt. Aus der ganzen Branche und von den Behörden gab es Kritik. Der Macher verteidigte sich, indem er seine Aktion als Gonzojournalismus bezeichnete. Wir erklären den Begriff und machen mit Caroline Schmüser vom Correctiv den Faktencheck. Ihr Urteil: Die erfundene Terror-Story ist kein Gonzojournalismus

Die Sendung gibt es natürlich auch als Podcast. Abonniert "Was mit Medien" via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herr Pähler über Twitter kommunizieren. Ein Protokoll der Sendung gibt es auch per Newsletter.