Wie sollten Journalistinnen und Journalisten über Attila Hildmann berichten? Und sollten sie es überhaupt? Ja, sagt die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann - und warnt gleichzeitig vor einem Trend: Journalisten sollten nicht zu Aktivisten werden.

In der aktuellen Ausgabe des Spiegel findet sich ein Porträt über Attila Hildmann, das polarisiert: Der vegane Koch fällt seit Monaten durch das Verbreiten von Verschwörungsmythen auf. Mit seinen extremen Aussagen erreicht er ein riesiges Publikum. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung und Bedrohung ermittelt.

Spiegel-Autoren haben Hildmann für ihr Porträt zu einem Waldspaziergang getroffen, vor allem in den Sozialen Netzwerken ernteten sie dafür reichlich Kritik.

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Darf man Persönlichkeiten, wie Hildmann, so eine Bühne bieten? Ja, meint die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann. Sie warnt sogar davor, vor Kritikern einzubrechen. Denn Journalistinnen und Journalisten seien keine Aktivisten, sagt sie.

"Es geht darum, dass es grundsätzlich falsch sein soll, sich mit diesem Menschen [Attila Hildmann, Anm. der Red.] auseinanderzusetzen. Das kann ich überhaupt nicht akzeptieren. Zu Ende gedacht ist das eine Forderung an Journalist*innen, sich als Aktivist*innen zu betätigen. Das ist nicht unsere Aufgabe, und das darf auch nicht unsere Aufgabe werden."
Nicole Diekmann, Journalistin

Außerdem in "Eine Stunde was mit Medien":

  • Regisseur und Drehbuchautor Joseph Bolz berichtet über die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf Dreharbeiten.
  • Silicon-Valley-Korrespondent Marcus Schuler erklärt, was Medienmacher*innen über Disruption aus der Start-up-Welt lernen können.

Am 13. August läuft die letzte Ausgabe von "Eine Stunde Was mit Medien" bei Deutschlandfunk Nova. Das Format geht als eigenständiger Podcast unter wasmitmedien.de weiter.