Im Verlauf des Amoklaufs in München kursierten im Netz viele Falschmeldungen: Wie könnt ihr diese erkennen, ohne sie selbst weiterzuverbreiten?

Über Twitter oder Facebook könnt ihr nicht nur schnell an Informationen herankommen, ihr könnt auch ziemlich schnell Hoaxes - Falschmeldungen - auf den Leim gehen. Während des Amoklaufs im Olympia-Einkaufszentrum in München haben sich falsche Nachrichten, Bilder oder Videos rasant verbreitet, weil viele Nutzer ungeprüft die Inhalte geteilt, retweetet oder geliket haben. Das muss nicht sein und kann in bestimmten Fällen sogar gefährlich sein.

So führte eine Meldung am 22. Juli, am Stachus würden weitere Attentäter um sich schießen, zu einer Panik unter den Passanten. Später konnte die Polizei klarstellen, dass es sich um eine Falschmeldung handelte.

Erst einmal jeder Nachricht misstrauen

Seit vielen Jahren steht der Verein Digitalcourage für "Bürgerrechte im Netz", wie einer seiner Gründer, padeluun erklärt. Erst vor wenigen Tagen hat der Verein Infos auf seine Seite gestellt, wie auch Laien Falschmeldungen schnell entlarven können. Allerdings würde auch Journalisten immer wieder der Fehler unterlaufen, Nachrichten nicht bis ins letzte Detail geprüft zu haben. Falle ihm das auf, sagt padeluun, versuche er, mit dem Journalisten den Fehler aufzuklären und der Wahrheit näherzukommen.

"Man muss einmal lernen, dass man nicht glauben darf, was man nicht vorher abgeprüft hat."
padeluun, Digitalcourage e.V.

Grundsätzlich sollten wir jeder Nachricht erst einmal misstrauen, bis sie nicht durch andere Quellen bestätigt wurde. Für die Überprüfung von Bildern und Videos gibt es TinEye. Hier kann man die gefundenen Bilder hochladen und die Suchmaschine überprüft, ob dasselbe Bild oder ähnliche weitere Male im Netz vorkommen.

In der Regel seien Nachrichten verdächtig, die dazu aufrufen, sofort weiterverbreitet zu werden. Auch besonders schockierende, aufreißerische Nachrichten sollten Zweifel hervorrufen.

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