Menschliche Zellkulturen in der Petrischale konnten durch einen Extrakt aus Braunalgen vor dem Angriff von HI-Viren geschützt werden. Algen besitzen möglicherweise ein großes Repertoire an Heilmitteln.

Die Braunalge Lobophora bringt sich als neue Hoffnung für die Bekämpfung des HI-Virus in Stellung. Forscher vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie und der King Abdullah Universität in Saudi-Arabien haben menschliche Zellkulturen in der Petrischale mit Extrakten der Braunalgenart behandelt und anschließend HI-Viren dazugegeben. Die Viren waren nicht mehr in der Lage, in die potenzielle Wirtszelle einzudringen.

Welche chemischen Verbindungen der Braunalge aber genau dafür verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Im Verdacht stehen bestimmte Polyphenole, die den Algen als Abwehrstoffe bei Stress dienen. Extrakte aus Algen, die in ihrer natürlichen Umgebung massivem Stress wie Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, hemmten das Virus weitaus stärker. Das Forscherteam will jetzt herausfinden, ob es wirklich die Polyphenole sind, die für die Virenhemmung verantwortlich sind.

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