Heftige Kopfschmerzen, Komplikationen bei Erkältungen, starke Muskelschmerzen - im Zweifel lieber zum Arzt als selber therapieren.

In der Notaufnahme bei Johannes Wimmer landen nicht immer nur Härtefälle. Und nicht jede Erkältung ist ein Fall für den Arzt. Häufig reicht es, einfach mal ein paar Tage im Bett zu bleiben. Eine Faustregel lautet: Alles oberhalb des Halses kann man selber gut behandeln. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um größere Wunden natürlich.

Aber: Wer Schwindelgefühle hat, starkes Fieber oder sich orientierungslos fühlt, der sollte in jedem Fall zum Arzt gehen. Und auch bei Kopfschmerzen kann ein Arztbesuch angezeigt sein. Zum Beispiel dann, wenn sie ungewöhlich stark sind. Da sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, ob nicht etwas anderes dahinter steckt. Denn auch geplatzte Blutgefäße oder ein Schlaganfall können extrem starke Kopfschmerzen auslösen. 

Medizin ist nicht nur Leben retten

Auch Menschen mit extrem starkem Muskelkater sind schon in der Notaufnahme bei Johannes Wimmer gelandet. Zum Beispiel eine junge Frau, die es vor ihrem Urlaub mit dem Bauchmuskeltraining übertrieben hat. Bei leichtem Muskelkater sollte man allerdings auf Schmerzmittel verzichten, denn Ibuprofen zum Beispiel hemmt das Muskelwachstum, erklärt der Mediziner.

"Es geht nicht immer nur ums Leben retten, sondern darum, Leid zu lindern. Wenn es dir scheiße geht und ich dir helfen kann, dass es dir weniger scheiße geht, dann ist das doch super."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Im Prinzip ist Johannes Wimmer immer froh, wenn er einen Patienten einfach nur mit einem Schmerzmittel wieder nach Hause schicken kann. Schlimmer sind für ihn die Fälle, in denen Menschen einfach zu lange gewartet haben. Dissimulieren nennt sich dieses Phänomen. Und das ist gefährlich. Wer glaubt, bei starken Schmerzen Stärke zeigen zu müssen, macht es dem Arzt schwer zu helfen.

"Es gibt Frauen mit Herzinfarkt, die duschen erst mal, packen den Koffer und kommen in aller Ruhe."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Immer wieder kommt es dann vor, dass Johannes Wimmer noch in der Notaufnahme Menschen eine Krebsdiagnose mitteilen muss, weil sie sich trotz Schmerzen viel zu lange vor einem Arztbesuch gedrückt haben. Ab und zu, sagt Johannes Wimmer, gibt es auch in der Medizin den Punkt an dem man sagen muss: "Jetzt ist es zu spät. Jetzt kann man nicht mehr helfen."