Besser jung und frisch ausgebildet als alt und routiniert. Eine Studie fand heraus: Ärzten unter 40 Jahren sterben weniger Patienten weg. 

Wissenschaftler aus Harvard haben untersucht, in welchem Alter Ärzte Patienten am besten behandeln. Die Studie ergab, dass seltener Patienten starben, wenn die Ärzte unter 40 Jahren alt waren. Die Wissenschaftler vermuten, dass bei älteren Medizinern die Bereitschaft und Fähigkeit nachlässt, sich fortzubilden.

Erfahrene Ärzte bekommen schwierigere Fälle

Johannes Wimmer ist Notfallmediziner und findet die Studie erst mal bitter für viele Kollegen. Das Problem sieht er aber eher in der Struktur:  "Je älter du bist, desto höher bist du auf der Karriereleiter." Diese Kollegen bekommen auch die schwierigen Operationen. Wenn die dann schiefgehen, geht das natürlich auf das Konto der erfahrenen Kollegen. 

Chefarztbehandlung oder lieber eine junge Ärztin

Die Forscher haben in ihrer Studie auch untersucht, ob es für Patienten einen Unterschied macht, ob ihr Arzt ein Mann oder eine Frau ist. Heraus kam, dass es bei männlichen Ärzten mehr Todesfälle gibt.

"Da ist nicht ein Arzt, der alles macht. Es ist ein Team, das gut sein muss. Das auf eine Person zu beschränken, ist schwierig."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

"Die Leute müssen sich fortbilden", fordert Johannes Wimmer und sagt, "da muss man dran bleiben." Aber auch die technischen Geräte müssen im Zweifel noch optimiert werden. Bei OPs sollte die Technik "easy und intuitiv" zu bedienen sein, so dass sie problemlos nebenbei laufen kann. Erst dann erfüllt sie vollends ihren Zweck, findet der Notfallmediziner. 

​"Mich bestätigt das. So wie wir das machen, in alten Mustern, funktioniert Medizin nicht."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Johannes Wimmer würde sich einen leitenden Oberarzt wünschen, sollte er mal unters Messer müssen. Nicht den Chefarzt, denn der ist häufig mit Organisation, Kongressen oder Publikationen beschäftigt. Wenn Johannes Wimmer von Ärzten spricht, meint er übrigens auch immer seine Kolleginnen.

"Den direkt unterm Chefarzt. Einen der Ahnung hat und zusätzlich einen jungen Arzt, der sich für mich Zeit nimmt und Fragen beantworten kann."
Johannes Wimmer auf die Frage, ob er sich eine Chefarztbehandlung wünschen würde.