Vor der Küste Kolumbiens wurde das große Ding entdeckt: das Wrack der Galeone San José. An Bord wird ein Milliardenschatz aus Edelsteinen und Gold vermutet. Gibt es davon noch mehr? Wir haben nachgefragt. Bei einem, der sich mit der Suche auf dem Meeresgrund auskennt: Unterwasserarchäologe Florian Huber.

Im Juni 1708 war das spanische Segelschiff San José auf dem Weg nach Cartagena. An Bord: eine wertvolle Fracht, mit der König Phillip V. den spanischen Erbfolgekrieg finanzieren wollte. Ein Gefecht mit den Engländern machte diesen Plan jedoch zunichte, die San José sank vor der kolumbianischen Küste. 307 Jahre lag sie dort, jahrzehntelang wurde nach ihr gesucht. Wo genau sich das Schiff befindet, will die kolumbianische Regierung nicht verraten - damit sich niemand an dem Fund zu schaffen macht. Wrack und Ladung sollen bis zu 17 Milliarden Dollar wert sein.

Es ist nicht alles Gold, was versenkt wird

Wer jetzt selbst auf die Idee kommt, auf Schatzsuche zu gehen, hat auf jeden Fall viel zu tun. Nach Schätzungen der Unesco dümpeln noch bis zu drei Millionen Boote auf dem Meeresgrund dahin. "Das reicht von den einfachsten Schiffen, die aus nur einem Stück Baum gefertigt wurden, bis hin zu Schiffswracks des Ersten und Zweiten Weltkrieges", sagt Florian Huber. Der Unterwasserarchäologe und Forschungstaucher kennt sich mit der Suche unter Wasser aus. Und weiß, was dort unten zu finden ist: Gold und Diamanten sind dabei eher selten zu finden: Nur etwa bei einem Prozent ist etwas zu holen.

Mal kurz nachgerechnet: Ein Prozent, das wären ja immer noch 30.000 Meeresschätze. Als mögliche Hotspots nennt Florian Huber die Karibik und das Mittelmeer. In der Karibik schipperten die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert unzählige - oft gestohlene - Reichtümer umher, nicht wenige davon versandeten auf dem Grund. Auch das Mittelmeer ist nicht zu verachten, da von hieraus die Ägypter, die Römer und die Griechen ihre Imperien aufbauten.

Dass Florian Hubers Herz dennoch auch für die Ostsee schlägt, hat einen Grund: Hier finden sich besonders gut erhaltene Wracks, die vom Schiffsbohrwurm verschont geblieben sind. Der Begriff "Schatz" hat für ihn nämlich noch eine weitere Bedeutung. Die gesunkenen Schiffe sind in erster Linie Kulturgüter, die einen wertvollen Einblick in eine andere Zeit geben. Und so zeigen die ersten Bilder aus dem Schiffsbauch der San José eben auch erst einmal Säbel, Krüge und Kanonenrohre.