Die Mördermuschel hält Taucher fest, die ihr zu nahe kommen, und lässt sie dadurch ertrinken – dieser Mythos wurde sehr lange aufrecht erhalten. Die Mördermuschel ist aber eigentlich harmlos. Was wir eher befürchten müssen: Als begehrte Delikatesse und die Erwärmung der Meere könnte sie bald aussterben.

Die US-amerikanische Marine hat lange am Glauben von der Mördermuschel – oder Tridacna gigas – festgehalten. In einem früheren Handbuch für Navy-Taucher gab es ein längeres Kapitel, in dem exakt beschrieben wurde, wie sich ein Taucher aus der tödlichen Umklammerung der Muschel befreien kann. Die Empfehlung: mit einem Messer den Schließmuskel durchtrennen. Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig sagt allerdings, dass sich die beiden Schalenhälften der gigantischen Muschel mit gewaltiger Kraft schließen, aber so langsam, dass Taucher genug Zeit haben, um ihren Arm oder ihr Bein wegzuziehen.

"Dieses Verhalten der Muschel beruht jedoch keineswegs auf einer bösen Absicht, sondern ist ein reiner Schutzmechanismus."
Mario Ludwig, Biologe
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Die Muschel, die früher als mörderisch galt, ist selbst vom Aussterben. Zum einen trägt der Klimawandel und die damit zusammenhängende Erwärmung der Meere und die zunehmende Umweltverschmutzung dazu bei, dass die Muschel in ihrem Lebensraum bedroht ist. Hinzu kommt noch, dass der Schließmuskel der Mördermuschel in China als kulinarische Delikatesse äußerst gefragt ist und die Muschel zudem auch noch als Aphrodisiakum gilt. Dass das wirklich so ist, dafür gibt es kaum wissenschaftliche Belege, sagt der Biologe Mario Ludwig. Außerdem sind auch die Schalen der Muscheln sehr begehrt, weil sich daraus Armreife, Perlen und kleine Statuen schnitzen lassen. Die Muschelschalen gelten als Ersatz für Elfenbein. Die Gewinne sind beachtlich: Für eine größere Muschelschale wird auf dem Schwarzmarkt mehr als 10.000 Dollar bezahlt.

"Der Schließmuskel der Mördermuschel ist in China nicht nur als kulinarische Delikatesse äußerst gefragt, sondern gilt auch als sehr wirksames Aphrodisiakum."
Mario Ludwig, Biologe

Bedrohte Muschel schützen

Die Mördermuschel wurde bereits von fast allen betroffenen Staaten unter Schutz gestellt. Bisher hat das wenig genutzt, weil die Wilderer sich weiterhin über die bestehenden Gesetze hinwegsetzen und die Chance, dass sie auf hoher See erwischt werden relativ gering ist.

Seit einiger Zeit werden die Muscheln auf kommerziellen Muschelfarmen gezüchtet. Zum einen sollen die gezüchteten Muscheln an Interessenten verkauft werden, um dadurch den Jagddruck zu verringern. Zum anderen sollen in der Aquakultur herangezogenen Mördermuscheln ausgewildert werden, um die bestehenden natürlichen Vorkommen zu stärken.

"Die Wilderer setzen sich immer wieder über die bestehenden Gesetze hinweg und die Chance auf hoher See erwischt zu werden, ist relativ gering."
Mario Ludwig, Biologe

Die Mördermuschel gehört zur Familie der sogenannten Riesenmuscheln und ist mit einer Länge von bis zu 1,40 Meter und einem Gewicht von bis zu über 200 Kilogramm die größte Muschel der Welt. Das hohe Gewicht kommt dadurch zustande, dass die Schalen einer Muschel bis zu zehn Zentimeter dick sind. Riesenmuscheln leben vor allem im Indopazifik und dort in den Korallenriffen. Die Muscheln können bis zu 100 Jahre alt werden.

Pearl of Laotse – die größte und teuerste Perle der Welt

Die größte Perle der Welt mit einer Länge von fast 24 Zentimetern und einem Gewicht von 6,4 Kilogramm wurde 1934 auf den Philippinen in einer Mördermuschel gefunden. Weil die riesige Perle aussieht, wie ein Kopf mit einem Turban, wurde ihr zunächst von ihrem Besitzer der Name Pearl of Allah gegeben. Später wurde sie in Pearl of Laotse umbenannt. Ihr aktueller Schätzpreis liegt bei 40 bis 90 Millionen Dollar. Damit ist sie nicht nur die größte, sondern auch die teuerste Perle der Welt.

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