Bund und Länder wollen euch, falls ihr Medizin studieren wollt, unbedingt aufs Land holen. Denn dort fehlen die Hausärzte. Unsere Kollegin Britta Mersch hat sich angeschaut, wie Medizinstudenten geködert werden sollen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es ab dem Wintersemester 2018/2019 einen neuen Studiengang Humanmedizin - und zwar als gemeinsames Studienfach an den Universitäten Bonn und Siegen. Das Modellprojekt hat das Ziel, dass sich mehr Ärzte in ländlichen Regionen niederlassen.

Mehr Medizinstudenten sollen später aufs Land

Ganz konkret soll es deshalb mehr Kurse im Bereich Allgemeinmedizin geben. Auch soll Digitalisierung verstärkt zum Lerninhalt werden, zum Beispiel der Aspekt Online-Sprechstunden. Wie das Studium ganz genau aussehen soll, wird sich noch zeigen. Klar ist: Die Studenten sollen gezielt all das lernen, was sie brauchen, wenn sie später - so die Hoffnung - auf dem Land tätig werden.

"Im Studium soll es mehr Allgemeinmedizin geben statt Spezialwissen."
Britta Mersch, Deutschlandfunk Nova

Auch bundesweit ist der Ärztemangel auf dem Land ein Thema. Im März 2017 wurde von Bund und Ländern der Masterplan Medizin 2020 vorgestellt. Die Medizinerausbildung soll damit reformiert werden - zum Beispiel durch mehr Praxisphasen von Beginn des Studiums an und bevorzugt bei Hausärzten in ländlichen Regionen. Außerdem sollen Studenten, die sich für das Land entscheiden, bei der Einschreibung einen Pluspunkt erhalten. Aber das könnte schwierig werden, sagt Britta Mersch.

"Die Vergabe von Studienplätzen muss einheitlich sein. Ob da die Auswahl nach 'Ich gehe in eine ländliche Region' zulässig ist, muss man gucken."
Britta Mersch, Deutschlandfunk Nova

Der Masterplan sieht vor, dass zehn Prozent der Studienplätze an Studierende gehen, die sich verpflichten, sich nach dem Studium und der Ausbildung zum Facharzt in einer ländlichen Region niederzulassen. Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind nicht geklärt.

Im Dezember 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Vergabe von Medizinstudienplätzen neu geregelt werden soll. Nicht mehr der Numerus clausus allein soll entscheiden. Zugleich müssen Eignungsgespräche bundesweit standardisiert werden. Was das für eine Aufs-Land-Quote bedeutet, ist noch unklar.

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