Tamara lebt am Bodensee, mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Sie ist gelernte Erzieherin. Aber die Bezahlung im öffentlichen Dienst ist viel zu niedrig, findet sie. Deshalb wählt sie nicht mehr wie bisher die Grünen, sondern Die Linke.

Mit den Grünen ist Tamara Münch nicht mehr glücklich, "weil die sich nicht mehr um die Menschen kümmern, sondern nur noch um Schnecken und Vögel". Tamara und ihr Mann sind beide Erzieher, sie lieben ihren Job, aber sie merken auch: Obwohl beide voll arbeiten, reicht das Geld einfach nicht.

"Die Linke ist die einzige Partei, die sich überhaupt für einen interessiert. Die anderen kümmern sich nur um Außenpolitik, vergessen das eigene Volk und behaupten einfach, es gehe allen super.“
Tamara Münch

Weil das Gehalt als Erzieher nicht reicht, hat Tamaras Mann einen Job als Erzieher in der Schweiz angenommen und pendelt jeden Tag. Er verdient dort doppelt so viel wie in Deutschland. Tamara musste sich bisher von Erzieher-Job zu Erzieher-Job hangeln. Sie bekam nur befristete Jahresverträge.  

Es muss sich was ändern 

Irgendwann hat Tamaras Arbeitgeber ihren befristeten Vertrag nicht verlängert. Sie arbeitet nun als private Schulbetreuerin für ein Mädchen, das an Epilepsie leidet. Die Familie kann ihr mehr zahlen als der deutsche Staat. "Sicherer Job, planbares Leben" so wirbt die Linke in diesem Wahlkampf. Die Partei möchte Befristungen und schlechte Bezahlung beenden. 

"Ein weiterer Grund ist die Wohnungsnot, die Die Linke ja total benennt, und einfach sagt: Das kann es nicht sein. Wir haben auch ewig eine Wohnung gesucht und nichts gefunden."
Tamara Münch

Das Wahlprogramm der Linken spricht Tamara also total an. Aber sind die Forderungen der Partei überhaupt realistisch? Nach Ansicht des Instituts der Deutschen Wirtschaft beinhaltet das Wahlprogramm der Linken viele "utopische" Vorschläge, die so nicht umzusetzen seien: Die Partei fordert neben einer Mindestsicherung von etwa 1000 Euro einen kostenlosen Nahverkehr und kostenlosen Zugang zu Kultur- und Bildungseinrichtungen. Tamara steht der Kritik entspannt gegenüber. "Es muss ja nicht alles kostenlos werden - kostengünstig ist ja auch schon nett."

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