Menstruation gehört für die Hälfte der Weltbevölkerung einfach zum Leben dazu, aber trotzdem ist es oft noch ein Tabu. Franka Frei setzt sich dafür ein, dass wir entspannter mit dem monatlichen Blut umgehen.

Franka Frei hat das Buch "Periode ist politisch" geschrieben und bezeichnet sich selbst als Menstruations-Aktivistin. Sie sagt, bei der Periode gehe es am Ende auch um soziale Gerechtigkeit. Etwa wenn Tampons einem höheren Steuerersatz unterliegen als Luxusartikel wie Lachs oder Kaviar. Es gehe dabei um Wirtschaft, um Umwelt und um medizinische Forschung, sagt sie.

"Völlig absurd, dass man bis vor kurzem für Tampons noch mehr gezahlt hat als für Lachs, Kaviar und Schnittblumen."
Franka Frei, Autorin des Buches "Periode ist politisch"

Franka Frei ist der Meinung, dass die Werbung mit dafür verantwortlich ist, warum die Monatsblutung - auch bei uns in Deutschland - für viele immer noch ein Tabu ist. "Dort wird uns oft indirekt gesagt: 'Behalt es für Dich. Versteck es.'" In der Werbung werde Blut zum Beispiel oft als blaue Flüssigkeit dargestellt. "Was ist so schlimm an rot?", fragt Franka.

Weltweit gibt es tausende Umschreibungen für die Periode

In Deutschland wird zum Beispiel mit dem Satz "Tante Rosa ist zu Besuch" umschrieben, wenn eine Frau ihre Tage hat. Fast überall auf der Welt gibt es solche Formulierungen, mit denen vermieden wird, einfach klar und deutlich auszusprechen, was Sache ist: Ich blute.

"Wir sollten mehr darüber sprechen."
Franka Frei, Autorin des Buches "Periode ist politisch"

Diese Umschreibungen hängen auch damit zusammen, dass das Thema mit einem großen Schamgefühl behaftet ist, sagt Franka Frei. Eine Folge davon sei, dass Frauen, die ihre Menstruation haben - und eventuell damit verbundene Schmerzen - oft nicht ernst genommen würden. Viel Forschung zu Regelschmerzen, etwa in Verbindung mit Endometriose, gebe es bisher nicht.