In Mexiko gab es zum zweiten Mal in zwei Wochen ein schweres Erdbeben. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Mexiko City. Das Innenministerium spricht von mehr als 220 Toten. Die Behörden gehen aber von weiteren Opfern aus, da Gebäude eingestürzt sind und noch viele Menschen vermisst werden.

Deutschlandfunk-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann hat das Erdbeben in Mexiko Stadt erlebt und berichtet:

"Die Rettungsarbeiten liefen die ganze Nacht hindurch. Die Leute suchen fieberhaft mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, nach Verschütteten."
Anne-Katrin Mellmann, Korrespondentin in Mexiko City

Viele große Gebäuden in Mexiko City sind eingestürzt - hohe Wohnhäuser und Bürogebäude mitten im Zentrum. Dazu kommen viele stark beschädigte Gebäude. Auch eine Schule ist eingestürzt, 21 Kinder sind unter den Trümmern gestorben. Alle Menschen, die können, packen mit an oder organisieren Unterstützung für die Helfer. 

Das Erdbeben kam gegen 13 Uhr örtlicher Zeit.

"Wir befanden uns im ARD Studio, in einem alten Gebäude, das das schwere Erdbeben von 1985 gut überstanden hat. Doch dann fing es an zu hüpfen, ein Höllenlärm kam auf und alle sind rausgerannt."
Anne-Katrin Mellmann, Korrespondentin in Mexiko City

Es gab keine Vorwarnung, keinen Alarm. Noch zwei Stunden vorher waren alle Sirenen ertönt für eine Erdbeben-Übung. Die fand zum Jahrestag des schweren Erdbebens in Mexiko vor 32 Jahren statt, bei dem fast 10.000 Menschen gestorben waren.

Bei der Katastrophen-Übung hatte alles funktioniert, die Apps auf den Mobiltelefonen schlugen Alarm. Als es dann zwei Stunden später wirklich bebte, kam kein Alarm, aber alle wussten sofort, was passierte, schildert Anne-Katrin Mellmann:

"Die Menschen sind auf die Straßen gerannt mit dem Gefühl, wirklich um ihr Leben zu rennen. Das Gebäude ist regelrecht gesprungen. Es roch sofort nach Betonstaub."
Anne-Katrin Mellmann, Korrespondentin in Mexiko City

Das betroffene Gebiet ist sehr groß und dicht besiedelt. Das Epizentrum des Bebens lag 120 Kilometer südlich der Hauptstadt, an der Grenze der Bundesstaaten Puebla und Morelos. Die Stärke wurde vom seismologischen Institut mit 7,1 angegeben. Aus dem Bundesstaat Morelos kommen Nachrichten von sehr schlimmen Zerstörungen, von vielen Toten und Verletzten und auch von zerstörten Straßen und eingestürzten Brücken.

"Ich denke, Mexiko wird sehr lange zu kämpfen haben, diese Schäden zu reparieren."
Anne-Katrin Mellmann, Korrespondentin in Mexiko City