Wohnen bedeutet mieten - und das ist eine echte Zumutung geworden, findet unsere Autorin Rebekka Endler. Sie hat den großen Ärger auf dem Mietmarkt und einige Gegenmittel gefunden.

Mindestens in den vier größten Städten Deutschlands ist es schwierig bis unmöglich geworden, bezahlbaren Wohnraum zu finden. In Berlin sind die Mieten bei Neuvermietungen um 76 Prozent in den letzten 10 Jahren gestiegen. Drei von vier Mietern fürchten durch eine Mieterhöhung ihre Wohnung zu verlieren.

Ein Markt in der Krise

Reiner Wild, Geschäftsführer der Berliner Mietervereins, spricht von einer Wohnungsmarktkrise. Und um etwas gegen dieses Problem zu tun, werden gerade in Berlin die Mietermassen mobilisiert. Deswegen hat sich der Berliner Mieterverein mit mehr als 200 anderen Organisationen zusammengeschlossen und zur Großdemo aufgerufen.

Die Menschen haben ja keine Wahl, die müssen ja wohnen."
Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Das heißt, der Staat muss dafür sorgen, dass es ausreichenden bezahlbaren Wohnraum gibt. Im Moment passiert in deutschen Großstädten aber das Gegenteil.

"Der Markt für preisgünstige Wohnungen schrumpft und wird vor allem durch Mietsteigerungen, Modernisierungen, Umwandlung eingeschränkt."
Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

Immobilien sind ein Geschäft. Und in dessen Zentrum steht der Profit. Wie immer, wenn ein Geschäftsmodell mit einem Menschenrecht kollidiert, gibt es Spannungen.

"Die Politik muss die Rahmenbedingungen ändern."
Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

Die Forderungen sind klar: Das Recht auf bezahlbaren Wohnraum muss gestärkt werden. Die Mietpreisbremse hat versagt, es gibt viel zu viele Umgehungsmöglichkeiten für Vermieter: Renovierungen, hier, Wertsteigerung der Immobilie dort. 

Bußgelder für Verstöße seitens der Vermieter sollen her, sagt Rebekka Endler, denn die gibt es bisher nicht. Also: eine Neuauflage der Mietpreisbremse, inklusive Verschärfungen. Und das nicht nur für Neuvermietungen, sondern auch für bestehende Mietverhältnisse.

"Und wir müssen gucken, dass wir großen internationalen Finanzinvestoren, die einfach nur nach der größten Rendite gucken, raushalten."
Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

Soweit der Arbeitsauftrag an die Politik. "Aber was kann denn ich, die ganz normale Mieterin tun, damit auch jeder Vermieter und Politiker weiß, was da in unseren Großstädten abgeht", fragt sich Rebekka. Ihre Antwort: Petitionen schreiben und Unterschriften sammeln - oder eben demonstrieren.

"Mieter schließen sich zusammen in Initiativen, das ist ein erster Punkt. Der zweite ist, alle Rechtsansprüche wahrnehmen, die es gibt."
Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

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