Die Milchpreise sinken ins Bodenlose, keine gute Zeit, um in die Milchindustrie einzusteigen. Henk Blok macht es trotzdem. Er arbeitet als Hof-Sitter und berät, wenn es nicht rund läuft im Milchbetrieb. Jetzt sucht er einen eigenen Betrieb - mitten in der Krise.

Henk Blok bietet Kuh-Service, das heißt er übernimmt Krankheits- und Urlaubsvertretungen auf den Höfen von Milchbauern im In- und Ausland. Sein Know-how setzt er auch beim Klauenschneiden ein. Oder er berät Bauern, was sie in ihrem Betrieb verbessern können. Und Probleme, weiß er von seinen Kunden, gibt es aktuell genug: Nachwuchssorgen, sinkende Preise, Konkurrenz.

"Vor ein paar Wochen hieß es bei meinen Kunden noch: Wenn wir die Füße still halten und nichts investieren, können wir das aussitzen."
Henk Blok über die Situation der Milchbauern

Die Flächen werden teuer, der Milchpreis sinkt. Für Henk Blok, ist der Preisverfall aber kein deutsches, sondern ein europäisches Problem. Seiner Meinung nach war die Einführung der Milchquote in den 80er Jahren ein Fehler – der sich erst jetzt richtig zeige, nachdem die Quote im letzten Jahr wegfiel: Es ist zu viel Milch am Markt. Daher können die Discounter überhaupt erst einen Preisdruck aufbauen. Eine Situation, so beobachtet der Kuh-Experte, die sich noch verschärfen wird.

"Bis zu 23 Cent geht der Preis, den die Bauern als Basispreis bekommen, runter. Das ist dünnes Eis."
Henk Blok, bietet Kuh-Service an

Warum er sich dennoch auf die Suche nach einem eigenen Hof macht, erklärt Henk Blok so: "Wir brennen dafür. Wir lieben die Kühe". Er und seine Frau sind überzeugt, dass es klappen kann. Zwar bietet die aktuelle Situation eine schlechte Ausgangslage, um tiefer in das Milchbusiness einzusteigen. Andererseits könnten sich noch mehr Bauern von der Milchwirtschaft verabschieden. Und die Zinsen sind momentan sehr günstig.

Früher aufgeben

Henk Blok glaubt: Bauern, die finanzielle Schwierigkeiten haben oder keinen Nachfolger für den Hof finden, werden sich jetzt noch früher von ihrem Hof trennen. De facto heißt das, dass die Tiere vermutlich geschlachtet werden. Andere sparen am Kraftfutter. "Aber dann kommt die Kuh irgendwann aus ihrem gesundheitlichen Gleichgewicht." Und wird in der Folge womöglich weniger Milch geben.

Auch wenn Henk Bloks Traum ein eigener Milchbetrieb ist, weiß er: nur von seinen Milchkühen leben - das wird wohl nicht funktionieren. Zusätzlich wird er weiter Jobs beim Klauenschneiden übernehmen müssen. In Bezug auf den Milchmarkt gibt er aber die Hoffnung nicht auf, dass der Markt das Problem vielleicht doch allein regelt.