Als Laie benutzt man beim Minigolf genau einen Ball. Profis müssen da mehr Arbeit investieren: Sie suchen für jede Bahn den richtigen Ball - aus über 400.

Wenn Sebastian Heine und seine Kollegen Minigolf spielen, dann hat das nicht viel zu tun mit dem Ausflug zur benachbarten Minigolf-Anlage am Sonntagnachmittag, bei dem es sowieso eher darum geht, einen Anlass zu haben, ein Eis zu essen.

Sebastian nimmt an der Minigolf-Weltmeisterschaft 2017 in Kroatien teil. Und alleine das heißt: Das ist ein anderer Sport. Oder anders: Minigolf wird hier überhaupt zum Sport.

"Wir gehen als Top-Favorit ins Rennen. Wir sind immer die Gejagten."
Sebastian Heine, Minigolfer

Wer mithalten will in der Weltspitze, der trainiert, so viel es geht, bereitet sich akribisch auf jede Bahn vor, die im Turnier bespielt wird, weiß genau, wie die Linie verläuft: Rollt der Ball gerade? Macht er eine Kurve, ist die Bahn irgendwo abschüssig? Wie verhält sich die Bande? "Im freien Training verbringen wir den ganzen Tag von morgens bis abends auf der Anlage, um zu trainieren", sagt Sebastian.

Sebastian Heine beim Minigolf
© Sebastian Heine
Sebastian Heine

Und dann noch die Ballwahl: Minigolfer, die es ernst meinen, wählen aus 400 Bällen (oder noch mehr) den richtigen Ball für eine Bahn unter bestimmten Wetter- und Temperaturbedingungen aus. Noch komplexer macht die Sache, dass der Ball mit verschiedenen Temperaturen gespielt werden kann. So verhalten sich kalte Bälle anders als solche, die der Spieler mit den Händen oder dem Atem vorgewärmt hat.

"Mein Urlaub geht drauf für Mingolf."
Sebastian Heine, Minigolfer

Wer bei der Freizeitbeschäftigung Minigolf einen gewissen Anspruch verfolgt, kann sich das Anwärmen des Balles aber sparen - "bei den Anlagenbällen wird das nicht viel bringen", sagt Sebastian Heine. Trotzdem hat er ein paar Tipps parat, wie es beim nächsten vielleicht etwas besser klappt:

  • Sicherer, stabiler Stand, Ball vor den Körper, mittig zwischen die Beine
  • Unbedingt aus den Schultern und dem ganzen Oberkörper heraus schlagen. Der Ball läuft so viel eher in der gewünschten Linie als beim Schlag aus dem Handgelenk
  • Im Kopf eine Linie denken, wie der Ball laufen soll, versuchen, diese Linie zu treffen