Durch die Übernahme von Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de wird Blablacar quasi zum Monopolisten - und könnte dadurch in Zukunft leicht Gebühren für seine Angebote einführen.

Blablacar war shoppen: Das französische Startup hat nicht nur die beiden deutschen Mitfahrportale Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de übernommen, sondern auch eine Mitfahrzentrale in Budapest. Damit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben jetzt mehr als 20 Millionen Mitglieder in 18 Ländern in Europa und Asien.

"Blablacar ist in Deutschland erst seit zwei Jahren aktiv - hat aber in dieser Zeit den Markt quasi übernommen."
Andreas Kolbe, Deutschlandradio-Wirtschaftsredakteur

Auf dem deutschen Markt für Mitfahrgelegenheiten hat sich Blablacar in relativ kurzer Zeit geschickt etabliert: Während Mitfahrgelegenheit.de 2013 eine Gebühr von 11 Prozent des Fahrpreises einführte, war das Angebot des französischen Konkurrenten kostenlos - dadurch konnte Blablacar Kunden abwerben und sich zum Marktführer mausern. Zudem verbindet das französische Startup die reine Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten mit einer Art sozialem Netzwerk: Nutzer können die Fahrer bewerten und angeben, ob sie eher ruhige oder gesprächige Mitfahrer sind - daher auch der Name.

"Die Nutzer fürchten jetzt, dass Blablacar irgendwann eine Gebühr einführt - und dass Mitfahrgelegenheiten dadurch teurer werden."
Andreas Kolbe, Deutschlandradio-Wirtschaftsredakteur

Durch die Übernahme von Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de wird Blablacar in Deutschland jetzt faktisch zum Mitfahr-Monopolisten. Die Angst vieler Nutzer, dass die Franzosen diese Stellung in Zukunft ausnutzen und Gebühren erheben, ist laut Wirtschaftsredakteur Andreas Kolbe also durchaus berechtigt. Sollten Mitfahrgelegenheiten teurer werden, könnten Nutzer auf Fernbusse umsteigen. Bereits jetzt ist der Fernbus oftmals günstiger als die Mitfahrgelegenheit - vom ICE-Ticket ganz zu schweigen. Allerdings müssen Reisende dafür längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.

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