In Sachen autonomes Fahren ist Brandenburg ganz vorne mit dabei. Unsere Landeskorrespondentin Vanja Budde hat sich in der Kleinstadt Wusterhausen in den ersten fahrerlosen Kleinbus des Bundeslandes gesetzt und berichtet von der Fahrt.

Kompakt, weiß, mit abgerundeten Kanten, großen Doppelscheinwerfern und irgendwie niedlich – so beschreibt Vanja Budde den ersten führerlosen Bus Brandenburgs. Nach kleinen Startschwierigkeiten und einem Reboot der Software schnurrt der Bus mit seinen sechs Sitzen dank Elektroantrieb fast geräuschlos zur Jungfernfahrt. Aus Sicherheitsgründen ist das Gefährt zunächst nur für eine Geschwindigkeit von 15 km/h zugelassen. Viel zu langsam und unpraktisch, findet Vanja.

Ich finde, das ist eigentlich unpraktisch. 15 km/h finde ich eigentlich ein bisschen langsam. Ich finde, der könnte noch ein bisschen schneller fahren.
Vanja Budde, Landeskorrespondentin in Brandenburg

Der Kleinbus in Wusterhausen ist ein vom Bund gefördertes Modellprojekt der Kommune in Zusammenarbeit mit den Technischen Unis Berlin und Dresden. Wenn der Bus sich bewährt und unfallfrei bleibt, soll er auf seiner einprogrammierten Strecke später 25 km/h fahren dürfen, so der Plan. Davor gilt es aber noch einige Fragen zu klären, etwa: "Wie muss die Straße beschaffen sein, welche Randbedingungen brauchen wir rechts und links der Straße, damit so ein autonomer Bus sich hier orientieren kann und sicher fahren kann", sagt Thomas Richters vom Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin.

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Das nur vier Meter lange Gefährt findet seinen Weg durch die engen Kopfsteinpflasterstraßen der Altstadt. Mithilfe von Kameras steuern die Sensoren zielgenau die nächste Haltestelle an und nach 15 Minuten den Marktplatz, wo die Fahrt endet. Hergestellt werden die Busse von der französischen Firma Easy Mile. In Nizza und Paris sind ihre Busse schon ganz ohne Fahrer unterwegs, in Wusterhausen steht zur Sicherheit noch ein sogenannter Operator zwischen den Sitzen – mit Joystick um den Hals gehängt. Einen Fahrersitz gibt es so wenig wie ein Lenkrad. Der Operator heißt Kai Stilt und er ist bislang zufrieden mit den Fahrkünsten seines Kollegen, dem Algorithmus. Er muss nur hier und da eingreifen und selbst steuern, etwa, wenn ein geparktes Auto die Route blockiert.

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Mit dem Pilotprojekt soll herausgefunden werden, ob autonomer öffentlicher Verkehr On-Demand in der ländlichen Region später mal eine Option sein könnte, sagt Landrat Ralf Reinhardt. Die große Herausforderung sei, angesichts des heute schon grassierenden Fachkräftemangels in dieser dünn besiedelten Gegend künftig Mobilität für alle garantieren zu können. Die für ihn wichtigste Frage, die geklärt werden müsse, sei die Reaktion der Fahrgäste auf den neuen Bus. Doch auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich an autonomes Fahren noch gewöhnen. Bei seinem ersten regulären Einsatz ein paar Tage nach dem Projektstart hat der Kleinbus einen Unfall gehabt. Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft hatte ein Autofahrer die Breite des Gefährts falsch eingeschätzt: ein menschlicher Fehler.