"Auf Klo", so heißt die queerfeministische Talkshow, die Maria Popov moderiert. Sie will in ihrer Sendung Menschen und ihre Themen repräsentieren, die eher ausgegrenzt werden. Noch immer sei die Medienwelt für viele Menschen nicht offen, selbst nicht für Frauen.

Maria Popov, in Bulgarien geboren, kam als Einjährige mit ihren Eltern nach Mönchengladbach, wo sie aufgewachsen ist. Die 30-Jährige moderiert bei Funk, dem öffentlich-rechtlichen Jugendsender von ARD und ZDF, die queerfeministische Talkshow "Auf Klo".

Ohne Tabus über Intimes sprechen

"Auf Klo" heißt nicht nur so, sondern tatsächlich ist eine Toilette die Kulisse für das Gespräch. Maria Popov und ihre Interviewpartner*innen sitzen in einer Doppelkabine und unterhalten sich. "Das Klo ist der Ort, an dem die meisten Menschen intime Gespräche führen", erklärt die Moderatorin. Beste Freundinnen würden oft gemeinsam aufs Klo verschwinden, um sich dort ungestört zu unterhalten. "Damit spielen wir ein bisschen", sagt Maria Popov.

"Wir sind der Mittelfinger gegenüber Klischees."
Maria Popov, Moderatorin und Journalistin

Zum Gespräch werden Personen eingeladen, die eine besondere Beziehung zum Thema Feminismus, Menschenrechte, Selbstbewusstsein, Körper oder Pubertät haben, erklärt Maria Popov.

Das Format soll vor allem junge Menschen ansprechen, insbesondere Mädchen und Frauen. Inhaltlich geht es um die Periode oder das erste Mal. "Vor allem aber in einer Art und Weise, die nicht cringy ist, eben ohne Tabus", sagt Maria Popov.

"Wir reden über alles, über das du nicht mit deinem Lehrer und manchmal auch nicht mit deinen Eltern reden würdest."
Maria Popov, Moderatorin und Journalistin

Diese Offenheit des Formats, der Gesprächspartner*innen und vor allem der von Maria Popov selbst führen zu Anfeindungen und Bedrohungen gegen sie und auch gegen ihre Kolleg*innen. "Das gehört leider zu meinem Job dazu", sagt sie. Je nachdem wie krass oder bedrohlich der Hass im Netz sich gegen sie richtet, holt sie sich auch professionelle Unterstützung dazu.

Ausgegrenzten Menschen zu mehr Sichtbarkeit in den Medien verhelfen

Ein wichtiger Antrieb in ihrer journalistischen Arbeit ist, den unterschiedlichsten unterrepräsentierten Bevölkerungsschichten in der deutschen Medienlandschaft zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Als queere Person hat Maria Popov auch einen ganz persönlichen Blick auf dieses Thema.

Maria Popov will aber nicht nur die deutsche Medienwelt kritisieren, sondern mit ihrer eigenen Arbeit für Veränderung sorgen. Wenn sie feststellt, dass sie bei einem Dreh die einzige Frau ist, dann würde ihr klar werden, wie schwer es für andere ausgegrenzte Gruppen von Menschen sein muss, in den Medien angemessen repräsentiert zu werden.

Im Gespräch mit Sebastian Sonntag erzählt Maria Popov wie sehr sie die ersten Hate-Speech-Attacken getroffen und verletzt hatten, wie sie mit der Zeit gelernt hat, sich davor zu schützen und damit umzugehen, wie lange es bei ihr gedauert hat, bis sie erkannt hat, dass sie queer ist, warum für Männer Gleichberechtigung ein schwieriges Thema ist und ob es auch mal "Auf Klo" für junge Männer geben wird. Einfach oben auf den Play-Button klicken und das ganze Gespräch hören.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartnerin:  Maria Popov, Moderatorin und Journalistin