Der Reichste gewinnt. Klare Sache, wie Monopoly funktioniert. Aber was haben sich die Spiele-Erfinder in den 30er Jahren dabei gedacht? Wir machen eine Zeitreise - und fragen uns, ob Monopoly in Zeiten von Apple und Google noch funktioniert.

Viel zu kompliziert sei das Brettspiel, hieß es lange, bis Charles Darrow schließlich am 19. März 1935 einen Abnehmer für Monopoly fand. Eine Spielidee, die perfekt in die Zeit der großen Wirtschafts-Player passt. Damals häufte etwa der Rockefeller-Clan in den USA sein Vermögen an.

"In den 30er Jahren haben Monopole eine viel wichtigere Rolle gespielt als heute“
Klaus Schmidt, Professor für Wirtschaftstheorie LMU München

Wie dies zusammenhängt, erklärt Klaus Schmidt, Wirtschaftswissenschaftler an der LMU München: "Grundlage dieser Vermögen war sehr häufig, dass Märkte monopolisiert oder kartelliert wurden.“ Der Wettbewerb wurde systematisch aufgekauft, danach konnten die Preise nach Belieben heraufgesetzt werden - auch weil es damals noch kein Kartellrecht gab.

Monopoly fürs Silicon Valley

Ähnlich simpel ist die Strategie bei Monopoly, am besten einfach einzelne Straßenzüge komplett mit Hotels zu besetzen. "Ob man davon in der heutigen Wirtschaft noch so viel lernen kann, wage ich zu bezweifeln", sagt Klaus Schmidt. Spannender, so sein Vorschlag, wäre da schon ein "Silicon-Valley“-Monopoly, denn hier treiben Innovationen den Markt an und neue Erfindungen mischen immer wieder auch die Monopole auf.

Apropos Wettbewerb: Die Monopoly-Spiellogik basiert übrigens auf dem rund 30 Jahre älteren Spiel "Landlord’s Game". Deren Erfinderin Elizabeth Magie hatte das Patent verkauft, nachdem sie kaum Erfolg damit hatte. Ihr erklärtes Ziel, so heißt es in ihrer Biografie, sei auf eine ungerechte Geldvermehrung aufmerksam zu machen.