Die Bundeswehr macht einen Raketentest auf einem Waffentestgelände. Doch als die Soldaten damit einen Moorbrand verursachen, bekommen sie das Feuer nicht mehr gelöscht. Seit zwei Wochen brennt es nun schon.

Es war eine Routineübung und findet regelmäßig statt: Die Bundeswehr ist mit Hubschraubern über ihr Testgelände der Wehrtechnischen Dienststelle bei Meppen in Niedersachsen geflogen und hat Raketen in Richtung Boden geschossen. Der Trockene Moorboden hat Feuer gefangen. Also hat die Bundeswehr ihre Löschraupe losgeschickt - die ist dann aber kaputt gegangen. Ein weiteres Löschfahrzeug steckte in der Werkstatt fest.

Keine Chance gegen die Glut

Die Bundeswehr war also machtlos und konnte erstmal nur zuschauen, wie sich das Feuer auf ihrem Testgelände weiter ausbreitet. Insgesamt ist eine Fläche von fünf Quadratkilometern von einem Schwelbrand betroffen. Das heißt: Die Flammen lodern nicht meterhoch, sondern die Glut frisst sich tiefer in den Erdboden, teils bis zu einem Meter tief, und brennt den Torf ab. Und das macht es auch so schwierig, diesen Moorbrand zu löschen.

Moorbrände sind nicht ungewöhnlich

Die Feuerwehr hat den Brand teilweise gelöscht und pumpt aus einem nahen Fluss 5000 Liter Wasser auf das Gelände - pro Minute. Teils glimmt es aber noch immer. Für die Bundeswehr ist das jedoch kein Grund zur Aufregung, kleinere Schwelbrände scheinen auf dem Moorgeläde häufiger vorzukommen: Schon vor ein paar Jahren war Meppen mit entsprechenden Meldungen in den Schlagzeilen (siehe Foto), und Bundeswehrsprecher Michael Bertschik sagt, dass vor drei Wochen noch bei einer anderen Waffenübung im Moor ein Schwelbrand entstanden sei. Damals habe man das aber schnell löschen können. Und in Zukunft solle das trockene Moorgebiet systematisch mit Wasser vollgepumpt und so feucht gehalten werden.

"Wir waren für die Tests vorbereitet. Wir haben uns auch immer mit der Feuerwehr dazu abgestimmt. Und es ist tatsächlich vorgesehen, für solche Versuche ein Fahrzeug parat zu haben."
Michael Bertschik, Bundeswehr

Ganz so entspannt sehen die Mitarbeiter vom Naturschutzbund Deutschland die Situation nicht. Felix Grützmacher ist Moorschutz-Experte beim Nabu und hat ausgerechnet, dass bei dem Feuer bis zu 900.000 Tonnen CO2 freigesetzt worden sein könnten. Die Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt auf dem Gelände der wehrtechnischen Dienststelle kann er noch nicht abschätzen.

Das Feuer habe ein erhebliches Klimapotenzial, sagt Felix Grützmacher dem NDR: "Da wurde in kürzester Zeit durch menschliche Fehler Kohlendioxid entlassen, das über Jahrtausende im Moor festgelegt wurde." Denn Moore speichern riesige Mengen an Kohlenstoff, deutlich mehr als alle Wälder zusammen, so Grützmacher. Da könne die Bundeswehr auf auf ihrem Waffentestgelände ein wenig sensibler vorgehen.

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