Ralf Mackel ist Rennfahrer - das wäre im Prinzip nicht Außergewöhnliches. Er ist von Geburt an blind - und diese Kombination macht ihn einzigartig.

Ralf Mackel düst für sein Leben gerne über Rennstrecken. Sowohl auf dem Motorrad als auch im Rennwagen. Schon mit zehn Jahren fing er an, Motorräder zu tunen und sie selbst auszuprobieren. Dann begann er mit 29 Jahren die Ausbildung zum Rennfahrer. Hell und dunkel ist das Einzige, was er unterscheiden kann. Das hilft ihm, sich zu orientieren. Mit einem Formel-Super-V-Auto fährt er auf der Geraden eine Höchstgeschwindigkeit von 272 Kilometern pro Stunde.

"Ich bin weltweit der einzige blinde Rennfahrer, der mit Lizenz fährt. Ich darf auch international fahren: sowohl Renntaxis als auch Einzelzeitfahren. Und ich mache Testfahrten für gewisse Hersteller."
Ralf Mackel, Rennfahrer
Ralf Mackel auf seinerm Motorrad
© dpa
Auch ohne etwas zu sehen, findet sich Ralf Mackel bestens auf der Rennstrecke zurecht.

Rennstrecke einprägen

Bevor Ralf Mackel losheizen kann, muss er sich erst den Streckenverlauf einprägen. Auf einem Plan fährt er dann die markierte Strecke mit dem Finger ab. Danach nimmt ein Kollege ihn als Beifahrer mit. Während der Fahrt ist das Fenster ein Stück weit geöffnet, damit Ralf sich die Geräusche einprägen kann. Je nachdem, wie der Boden beschaffen ist und wo die Tribünen und Mauern stehen, unterscheiden sich Rennstrecken akustisch. Außerdem hat er einen speziell hergestellten Rennhelm. Die Beschaffenheit des Kopfschutzes minimiert die Windgeräusche, damit er den Sound der Strecke besser hören kann.