Die Kriebelmücke ist winzig, fliegt nahezu lautlos und hinterlässt extrem miese Stiche. Das müsst ihr über die Mini-Mücke wissen.

Der Mückenstich juckt ungewöhnlich stark, die Haut schwillt an - dann könnte vielleicht die Kriebelmücke schuld sein. Die nur wenige Millimeter große Mücke ist auch in diesem Sommer wieder in Deutschland unterwegs. Etwa 50 Unterarten gibt es, fast alle davon Blutsauger. Und sie haben einige Besonderheiten: zuerst einmal haben sie sehr unangenehme Beißer.

Beißen, Stechen, Nerven

Die zwischen zwei und fünf Millimeter großen Tiere lassen sich (wenn wir genau hinschauen) an dem ungewöhnlich großen Hinterleib erkennen. Dabei erinnern sie eher an kleine schwarze Fliegen als an typische Mücken. Im Gegensatz zu anderen Mückenarten nutzt die Kriebelmücke außerdem einen sehr kurzen Stechrüssel, erklärt Andreas Krüger, Biologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

"Beißen oder Stechen? Das ist die ewige Frage in der Mückenkunde - Es hat sich aber etabliert, dass man Mückenstich sagt und das betrifft nicht nur die klassische Stechmücke."
Andreas Krüger, Biologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg

Die Kriebelmücke gehört zu den sogenannten "Pool-Saugern", so Andreas Krüger. Dabei verursachen ihre scharfen Mundwerkzeuge eine Wunde, in der sich das Blut sammelt, das dann von der Mücke aufgesaugt wird. 

Lautloser Saugangriff

Auch mies an der Kriebelmücke: Sie fliegt nahezu geräuschlos und ist so klein und leicht, dass wir oft gar nicht bemerken, dass sie sich gerade an uns zu schaffen machen will. 

Die Konsequenzen eines Stiches lassen sich dann nicht übersehen, berichtet Andreas Krüger. Auch mehrere Zentimeter große brandblasenartige Quaddeln oder Ödeme sind möglich. Der Speichel, der beim Stich abgegeben wird, sei sehr allergologisch aktiv. "Viele Menschen reagieren darauf besonders heftig", so der Biologe. 

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Daher absolut wichtig beim Kriebelmückenstich: Nicht kratzen! Also auf gar keinen Fall kratzen. Denn hier könnten bakterielle Infektionen drohen, so Biologe Andreas Krüger. Stattdessen sollten wir die Wunde kühlen und desinfizieren und mit einer entzündungshemmende Salbe beschmieren (Hier findet ihr noch mehr Tipps gegen Mücken).

"Tendenziell sieht man immer, dass sich an den Stichstellen Quaddeln oder Bläschen bilden, die teilweise mehr als eine Woche anhalten und immer wieder stark jucken."
Andreas Krüger, Biologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg

Die Eigenheiten der Kriebelmücke können wir uns aber auch zunutze machen. Sie hat es eigentlich auf Pferde, Weidevieh oder Vögel abgesehen und hält sich daher eher nicht in Wohnungen auf. Im Gegensatz zur Stechmücke ist sie auch nicht nachtaktiv. Das heißt: Zumeist können wir versuchen, ihr aus dem Weg gehen.

Und auch ihr kurzes Mundwerkzeug ist gut für uns. Textilien kann sie damit nämlich nicht überwinden. Daher lange Kleidung tragen und am besten noch Mückenabwehrsprays verwenden.