Jeder Mensch in Deutschland produziert im Schnitt jedes Jahr über 220 Kilogramm Müll – allein an Verpackungen. Ein Teil davon wird natürlich recycelt, aber manchmal heißt recyceln auch, dass das Material exportiert wird: nach Südostasien zum Beispiel. Oder es wird verbrannt, energetisches Recycling sagt man dazu auch. Das Material wirklich wiederzuverwerten funktioniert oft nicht. Unsere Reporterin Kerstin Ruskowski erklärt, warum das so ist.

Kunststoffverpackungen bestehen meist nicht nur aus einer Sorte Plastik, sondern aus verschiedenen. Die Plastikverpackung, in der zum Beispiel Wurst eingeschweißt wird, besteht aus Folien und Kunststoffen. Dadurch bleibt das Fleisch länger haltbar und vor allem behält es auch sein Aussehen. Durch die Folie gelangt kein Sauerstoff an die Wurst. Manchmal wird bei der Produktion auch eine Art Frischhalte-Gas mit in die Verpackung gegeben. Das kann durch die Folie dann auch nicht austreten.

"Wir haben oftmals nicht mehr den Blick darauf, wie komplex die Anforderungen an eine Verpackung sind."
Eugen Herzau leitet als Professor an der HTWK Leipzig den Studiengang Verpackungstechnologie und Nachhaltigkeit

Eugen Herzau leitet als Professor an der HTWK Leipzig den Studiengang Verpackungstechnologie und Nachhaltigkeit. Er sagt, dass wir oft nicht im Blick haben, was für hohe Anforderungen an Verpackungen gestellt werden. Plastikverpackungen sollen nicht einfach nur umhüllen und informieren, sondern auch der Schutz der Lebensmittel und die Qualitätssicherung spielen eine große Rolle.

Hohe Ansprüche an Verpackungen

Und wenn die Verpackung dann auch noch wiederverschließbar sein soll, damit sich das enthaltene Produkt auch nach Anbruch noch hält, dann wird es noch anspruchsvoller. Bei Kosmetika ist das zum Beispiel so – die könnten sonst oxidieren.

"Heute ist es aber oft noch so, dass die Tube aus einem Kunststoff ist und der Deckel aus einem anderen"
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova

Eugen Herzau sagt aber, dass es durchaus Verpackungen gibt, bei denen man einen sortenreinen Kunststoff verwenden kann. Zahnpastatuben sind ein Beispiel. Und dann ließe sich die Verpackung anschließend auch einfacher recyceln. Heute ist es aber oft noch so, dass die Tube aus einem Kunststoff ist und der Deckel aus einem anderen. Da ist es dann immer gut, wenn man beides getrennt voneinander in die Gelbe Tonne schmeißt – das macht das Sortieren dann schon einfacher und damit das Recycling wahrscheinlicher.

Und das recycelte Plastik? Für Fleischverpackungen darf es nicht eingesetzt werden. Da sind die Richtlinien in der Lebensmittelindustrie zu streng. Aber für Putzmittelflaschen oder auch für PET-Flaschen wird inzwischen teilweise schon recyceltes Plastik verwendet.