Bei einer US-amerikanischen Frau wurde ein multiresistentes Bakterium gefunden. Selbst das Notfall-Antibiotikum Colistin, das gegen resistente Erreger eingesetzt wird, zeigte keine Wirkung.

In den USA wurde eine Frau mit einem Harnwegsinfekt untersucht. Dabei wurde ein multiresistenter Erreger in ihrem Darm gefunden. Es zeigte sich, dass es gegen fast alle typischen Antibiotika resistent ist. In solchen Notfällen wir das Antibiotikum Colistin eingesetzt. Aber auch dieses Mittel blieb wirkungslos.

Der Erreger trägt ein bestimmtes Gen: Das MCR-1. Dieses Gen macht die Erreger quasi immun gegen Antibiotika. Vor einem halben Jahr haben chinesische Wissenschaftler das zum ersten Mal festgestellt. Dort hatte man Schweine und Hühner untersucht. Die Tiere hatten ungewöhnlich häufig multiresistente Darmbakterien. Bei genauerer Untersuchung wurde festgestellt, dass die Bakterien in den untersuchten Tiere alle das MCR-1-Gen in sich trugen.

Leichte Infektionen könnten tödlich verlaufen

Dieses Gen, das für die Resistenzen verantwortlich ist, wurde erst vor einem halben Jahr identifiziert. Man weiß nicht genau, wie verbreitet es in Deutschland ist. Es gilt als gefährlich, weil sich das Gen recht schnell ausbreiten kann. Es ist übertragbar zwischen verschiedenen Bakterienstämmen. Richtig problematisch wird es, wenn immer mehr eigentlich harmlose Erreger dieses Gen haben. Und dann nur noch ganz wenige oder sogar gar kein Antibiotika helfen.

Nach neuen Antibiotika wird zurzeit geforscht. Immer dringender wird gleichzeitig von Interessenverbänden gefordert, in der Landwirtschaft und in der Tiermast weniger Antibiotika einzusetzen. Aber ein strategisches Vorgehen gibt es dafür noch nicht. Dabei ist das Problem mit den Antibiotika-Resistenzen ja nicht neu. Die Weltgesundheitsorganisation warnt schon seit Jahren davor, dass wir in eine Vor-Antibiotika-Zeit zurückfallen können, in der schon eine leichte Infektion wieder tödlich sein kann.

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