Das Polarlicht an sich scheint schon magisch. Für chinesische Paare hat es aber offenbar noch einen ganz besonderen Reiz. Ein Mythos besagt: Das Polarlicht macht besonders fruchtbar. Und so wird die russische Hafenstadt Murmansk, nördlich der Polarkreises, zu einem immer beliebteren Reiseziel.

Die russische Hafenstadt Murmansk ist die größte Stadt in der Arktis. Rund 300.000 Menschen leben dort. Und in den Wintermonaten, in denen es sehr kalt werden kann, erscheint am nächtlichen Himmel die Aurora Borealis, auch als Nordlicht bekannt. Um diese Nordlichter einmal mit eigenen Augen zu sehen, reisen immer mehr Touristen in die arktische Stadt, bestätigt der Hostelbesitzer Anatoli in Murmansk.

"Es kommen immer mehr Touristen, vor allem aus dem fernen Osten - China, Philippinen, Thailand - aber auch aus Europa kommen mehr. Und seit Kurzem nimmt auch der Inlandtourismus zu. Alle möchten sich die Schönheit des Nordens anschauen, das Polarlicht und -meer sehen."
Anatoli, Hostelbesitzer in Murmansk
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Viele Besucher kommen aus dem asiatischen Raum, sagt Hostelbesitzer Anatoli. Und dafür gibt es einen mutmaßlichen Grund: Gerade chinesische Paare kennen nämlich den Mythos, dass eine Zeugung unter dem Polarlicht Erfolg verspricht. Und noch mehr: Das Kind werde auf jeden Fall ein Junge. Andere meinen, ein so gezeugtes Kind sei sein ganzes Leben lang glücklich, wie die ARD-Korrespondentin für Russland, Sabine Stöhr, berichtet.

Übernatürliche Kräfte

Woher der Mythos kommt, weiß auch sie nicht genau. Sabine Stöhr vermutet aber, dass viele dem Polarlicht übernatürliche Kräfte zuschreiben, einfach weil es so überirdisch wirkt.

"Das Polarlicht wirkt so unwirklich und so übersinnlich, wie diese Lichter da über den Himmel wabern - wer Glück hat, sieht sie in kräftigem Grün oder Lila. Das ist so andersartig, dass man dem dann wahrscheinlich übersinnliche Kräfte zuschreibt."
Sabine Stöhr, ARD-Korrespondentin für Russland

Die Lichter sehe man am besten, wenn man sich weit entfernt von Siedlungen befinde, so Sabine Stöhr: "Das macht die ganze Atmosphäre dann so besonders." Allerdings: Dass dort draußen jemand Sex haben könnte, bezweifelt sie: "Bei Minus acht Grad stelle ich mir das ziemlich kalt vor."

Günstiger als Kanada

Dass die Besucherzahlen im Murmansk steigen, habe vermutlich nicht nur mit dem Mythos rund um die Polarlichter zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass der Rubel seit einigen Jahren schwächelt. "Und deshalb sind die Reisen für viele im Vergleich zu Skandinavien oder Übersee einfach bezahlbar."

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Bis zum Zerfall der Sowjetunion war Murmansk mit seinem eisfreien Militärhafen übrigens Sperrgebiet. Und die Stadt habe ihren Besuchern auch neben den Polarlichtern manches zu bieten, sagt Sabine Stöhr: Im Hafen beispielsweise steht noch immer der Eisbrecher "Lenin", den man sich von innen anschauen könne, mit seinen alten, holzvertäfelten Kajüten. Kleine Museen erzählen von der Geschichte der Stadt. Und: "Es gibt gute Restaurants uns Bars. Und es macht Spaß, bei dem besonderen Licht einfach nur durch Murmansk zu spazieren."