63 beschädigte Kunstwerke und keine Spur von Tätern und Motiv. Die betroffenen Museen in Berlin waren wohl nicht ausreichend mit Kameras ausgestattet, sagt Stefan Koldehoff und erklärt, wie sie wirken.

Unbekannte haben am Tag der deutschen Einheit eine farblose, ölhaltige Flüssigkeit auf Objekten in insgesamt drei Museen auf der Berliner Museumsinsel verteilt. Ermittelt wird wegen der Beschädigung von 63 Objekten.

Bei dem Vorfall handele es sich um den bisher umfangreichsten Schaden an gesammelten Objekten bei den staatlichen Museen, sagte die stellvertretende Direktorin der Staatlichen Museen zu Berlin. Zwar waren die Schäden am 03.10.2020 noch während der Öffnungszeiten von einer Museumsmitarbeiterin entdeckt worden. Öffentlich bekannt wurden sie erst durch Berichte des Deutschlandfunks und der Zeit.

Abschreckung durch Kameras

Wie auch nach dem Diebstahl von Schmuckstücken aus dem Grünen Gewölbe in Dresden, stehen auch in Berlin wieder die Sicherheitsmaßnamen der Museen in der Kritik. Museen als begehbaren Tresor, wünscht sich Stefan Koldehoff nicht. Der Kunstspezialist bemerkt aber, dass die Ausstattung der Institutionen auf der Museumsinsel mit Kameras mangelhaft gewesen sei.

"Auf der Museumsinsel war gerade mal eine Handvoll Kameras vorhanden, von denen nicht alle funktioniert und Bilder geliefert haben. Das geht 2020 nicht mehr."
Stefan Koldehoff, Kulturredakteur beim Deutschlandfunk

Stefan Koldehoff hat mit als erster über die Beschädigungen berichtet. Er sagt, dass die abschreckende Wirkung deutlich sichtbarer Kameras ein wichtiger Faktor sei, um solche Taten zu verhindern.

Sichtbare Maßnahmen als Sicherheit

Museen würden die Sicherheitskameras aber gerne verstecken. Nach Diebstählen und Fällen von Vandalismus sei die Verwunderung groß, weil von den Tätern oft nur eine Mütze oder die Frisur zu sehen ist. Auch mechanische Hindernisse, Gitter beispielsweise könnten abschreckend wirken.

"Kameras sind schon ganz wichtig und bedeutend. Sie müssen aber sichtbar sein."
Stefan Koldehoff, Kulturredakteur beim Deutschlandfunk

Er begrüßt, dass über bewaffnetes Wachpersonal in Deutschland – anders als in den USA – nicht diskutiert wird. Bei den betroffenen Artefakten handelt es sich um ägyptische Sarkophage und Steinskulpturen sowie die Bilderrahmen von Ölgemälden.