The Legend of Zelda, Super Mario Bros oder Pac Man - das sind nicht nur großartige Spielklassiker, auf ewig unvergessen bleibt auch der Sound im 8-Bit-Format. Die Zeiten sind längst vorbei, Musik in Computerspielen ist Hochkultur. Heute schreiben Komponisten ganze Werke, die von Orchestern eingespielt werden.

Tischtennis auf schwarzem Hintergrund, mit zwei beweglichen Balken – das ist das Spiel Pong aus dem Jahr 1972. Von Musik kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich sprechen. Das hat auch mit der sehr begrenzten Technik zu tun, doch ein fast schon hypnotischer Sound bleibt auf ewig mit dem Spiel verbunden.

Musik ist nur ein Bonus

Bei einem Computerspiel zählt vor allem der Spielspaß. Sound oder sogar Musik ist lange Zeit nur ein Extra, so die vorherrschende Meinung der Spieleentwickler von Pacman & Co.

"I didn't even know there is music applied to games"
Inon Zur, Komponist

Inon Zur, heute ein vielfach ausgezeichneter Komponist für Computerspielemusik, schrieb damals Musik fürs Fernsehen. Computerspiele zu vertonen, war nicht sehr reizvoll für jemanden, der sonst komplexe Orchesterwerke komponiert.

Beim Kino dauerte es, bis die Stummfilmära abgelöst werden konnte und wie der Film, setzen auch Games zunächst komplett auf ihren Look. Sound spielt eine höchstens untergeordnete Rolle.

Spiele entstehen unter Hochsicherheitsbedingungen

Heute geht es um sehr viel Geld. Die Gamesindustrie macht mittlerweile mehr Umsatz als Hollywood. Das hat auch Auswirkungen auf die Produktion der Musik. 30 Jahre ist es her, dass Programmierer nebenbei ein paar Sounds entwickelen. Heute sieht die Arbeit eines Komponisten so aus:

"They are very secretive about what they are doing. And they don't want any of it revealed until just the right moment. They release just what they want at any one moment. They spend a lot of time thinking about that."
Garry Schyman, Komponist

Bei der Entwicklung von Computerspielen hat die Geheimhaltung heute absolute Priorität. Die Komponisten bekommen deshalb nur noch Skizzen, Bilder, Beschreibungen - aber keine Games zum Spielen mehr, auf die sie ihre Sounds anpassen. Wie auch im Musik- und Filmmarkt ist die Angst vor Raubkopien groß.

20 Jahre ist es her, dass Komponisten mit klassischer Ausbildung und vielen Zweifeln ins Game-Geschäft gekommen sind. Und so schließt sich der Kreis: Ihre Kompositionen werden von ganzen Orchestern aufgeführt. Heute ist Game-Musik Hochkultur.