Untertauchen statt auftreten - die Band Between Music scheut nicht davor zurück, sich nass zu machen.

Wenn ihr auf ein Konzert geht, dann ist das Setting in der Regel klar: Es gibt eine Bühne, es gibt Instrumente, eine Band und los geht’s. Es geht aber auch ganz anders - zum Beispiel wenn die Bandmitglieder in fünf wassergefüllte Tanks abtauchen. Between Music heißt die Band, AquaSonic ist der Name des Projekts und Kopf der Gruppe ist die Dänin Laila Skovmand, die ungefähr seit zehn Jahren daran herumbastelt, mit einer Band unter Wasser zu spielen.

Singen unter Wasser - das stellt sich natürlich gleich die Frage, ob da nicht nur Blasen rauskommen. Und so hat Laila auch angefangen zu experimentieren, schreibt der New Scientist. Mit einer Schüssel Wasser und der Frage: Geht das? Ging nicht, weil tatsächlich zu viele Blasen entstanden. Mittlerweile hat sie aber eine ganz eigene Technik entwickelt: Sie taucht alle paar Minuten auf und bildet eine größere Luftblase in ihrem Mund. Und durch die kann sie singen. Allerdings nur kurze Töne, weil die Luftblase klein ist und höhere Töne klingen auch besser als tiefere.

Aber auch bei den anderen Instrumenten gibt es ein paar Probleme. Gitarren arbeiten ja mit Resonanzkörpern, die auf Luft ausgelegt sind. Was nach einigem Ausprobieren funktioniert hat, ist eine Geige, zumindest die wetterfeste Version aus Kohlefaser. Und Laila Skovmand hat sich prominente Unterstützung von Andy Cavatorta geholt, einem Künstler aus New York und Instrumente-Erfinder. Er hat unter anderem schon mit Björk zusammengearbeitet und für AquaSonic extra eigene Instrumente erfunden.

Dazu muss einiges mit einberechnet werden - Wasser hat zum Beispiel eine höhere Dichte als Luft. Das bedeutet für Klänge, dass sie dumpfer klingen. Dann verbreitet sich Klang unter Wasser auch schneller, als in der Luft. Instrumente, die einen Resonanzkörper brauchen, wie eben eine Gitarre oder ein Kontrabass, müssten also riesengroß sein, um den Sound hervorzubringen, weil die Klangwellen unter Wasser vier Mal so lang sind.

Neue Instrumente müssen her

Und dann bewegt sich das Wasser auch noch und verändert dadurch den Klang, was ebenfalls ungünstig ist, wenn eine Band zusammenspielen will. Cavatorta hat deswegen eigens für die Band zwei Instrumente erfunden: Zum einen die Rotacorda. Die wurde von einer traditionellen Drehleier inspiriert, hat sechs Seiten auf einer Rolle, die der Musiker dreht und die Saiten anschlägt.

Und das zweite ist das Crystallophone. Dabei hat sich Cavatorta von der Glasharmonika inspirieren lassen, die übrigens Benjamin Franklin erfunden hat. Funktioniert im Prinzip so ähnlich wie wenn ihr über den Rand eines Weinglasses reibt und das Glas so zum Schwingen bringt. Nur sind die Gläser auf einer Rolle hintereinander aufgeflockt und die Rolle müsst ihr per Pedal drehen. Und dann haltet ihr euren Finger an das sich drehende Glas. Dafür braucht ihr Wasser, damit das mit der Reibung klappt.

Diese zwei Instrumente plus die Geige plus einen Perkussionisten und fertig ist die Band. Und die tritt auch auf oder taucht eher ab. In die fünf Tanks, in denen die Musiker mitsamt ihrer Instrumente sitzen, übrigens durchaus in abendtauglicher Garderobe, also nicht im Tauchanzug. Der erste Auftritt ist am 27. Mai beim Festival of New Music in Rotterdam geplant.